Die Ausdrucksmöglichkeiten meines Katzenkostüms waren mir viel zu
beschränkt, weshalb ich in diesem weitaus mehr bewegliche Teile in meinem
Wolfskostüm vorgesehen habe. Beweglich sind unter anderem:
Die Beweglichkeit wurde durch den Einsatz von verschieden Materialien erreicht. Ein vollständiger Drahtkäfig, wie ich ihn im Katzenkopf verwendet habe währe dafür viel zu unflexibel.
Dieses
Bild zeigt die Grundform des Kopfes. Der Oberkiefer liegt nur lose auf dem Aluminiumgerüst
auf und kann durch Druck auf die Unterseite angehoben werden. Damit die Schnauze
beim Anheben nicht am unteren Rand aufstreift musste deren unterer Rand aus
biegsamen Material bestehen. Ein Kabel (vorne mit einem gebogenen Aluminium-Rohr
verstärkt) wurde in dafür angebrachte Ösen geschoben und mit
Klebeband vorübergehend verstärkt (Später durch den Stoffbezug
gehalten).
Oberhalb des Kabels wurde die Schnauze mit einer Moosgummi-Matte verstärkt (für die Nase wurde ein Loch gelassen - als zusätzliche Frischluftversorgung für den Ventilator).
Die Stirn besteht aus einem Plastik-Teil (Raumteiler für 5 1/4" Disketten) mit aufgeklebtem Drahtgitter (zuvor in die passende Form gebogen und - um späteres verbiegen zu erschweren - durch Styropor unterstützt).
Die Augenhöhlen wurden wie beim Katzenkostüm erstellt, nur das diesmal
die Augenhöhlen nicht die spätere Augenform wiederspiegeln (ein biegsames
Augenlied aus Moosgummi sorgt dafür, daß sich beim Senken der Stirn
die Partie über den Augen nicht nach außen wölbt).
Für
die Augen wurden zwei Plastik-Halbkugeln mit einer Einlage aus durchsichtigem
Plastik versehen und dieses mit weißer Fenstermahlfarbe eingepasst (leicht
schräg um Platz für meine Brille zu lassen).
Ein Ohr besteht aus drei kurzen Aluminium-Rohren und einem dicken Gummi (Rohr
in 5cm Stücke zersägen, Gummi durchstecken, Rohr biegen bis die gewünschte
Ohrform erreicht ist - alles, das Rohr darf nur an den Stellen sein, die sich
nicht bewegen sollen). Als Gummi habe ich übrigens einen (neuen) Keilriemen
benutzt (Dicke 5mm).
Zunächst
wurde der Kopf ohne den Unterkiefer mit Stoff bezogen. Ich verwendete dafür
Bezugsstoff für Lautsprecher, der Schall und Luft gut durchlässt.
Es wurde ein 50x50cm großes Stoffstück zur Bespannung des ganzen
Kopfes verwendet (ohne Hals, Ohren und Unterkiefer). Angefangen von der Schnauze
und den unteren Rand des Oberkiefers wurde der Stoff zugeschnitten und vernäht.
Etwa alle 10cm wurde die Stoffhülle zusätzlich mit dem Unterbau vernäht.
Die Stirn wurde dabei bereits unter Spannung fixiert (ist also schon tiefer
als im ersten Bild).
Die Zähne bestehen aus FIMO (PVC, härtet im Backofen aus). Modelliert
wurden sie auf einem
Drahtgitter,
mit welchem sie nach dem Aushärten fest verbunden sind. Die Mundform wurde
passend für Unter- und Oberkiefer ausgeschnitten (im Oberkiefer mit 1mm
Abstand zum Rand). Im Unterkiefer ruhen die Zähne auf einer Gummi-Lage
(Heißkleber-Stäbe), um diese beim Zubeißen etwas nachgeben
zu lassen.
Ein hinter dem Servo eingebauteVentilator sorgt für die Frischluftzufuhr.

Zur
Polsterung wurden noch Schaumstoffstücke eingabaut (Zwischen diesen ist
genau so viel Platz um eine Kältekompresse einzusetzen).
Die Augen wurden erst von innen fixiert nachdem die Bespannung des Kopfes abgeschlossen wurde.
Die
in dieser Abbildung aufgelegt Nase war nur ein Versuch, später habe ich
sie aus FIMO modelliert und mit flüssigem Gummi überzogen. Die Ohren
sind hier noch durch zwei Heißkleberstangen versteift. Die spätere
Fellbespannung machte dies überflüssig.
Aufgegeben habe ich Servos für die Ohren zu finden (zu großer Platzbedarf und nervendes Geräusch). Die Rute braucht noch eine Steuereinheit (Microcontroller).
Für den Seilzugmechanismus der Ohren wurde innenseitig ein Führungsspiralsrohr für Fahrradschaltungen angebracht.

Die Grundkonstruktion war sehr leichtgängig bevor das Fall aufgeklebt
wurde. Heißkleber und Fell versteiften dieses allerdings noch.
Nach diesen Arbeiten habe ich mich dem Körper zugewandt. Ein dünner, reißfester und sehr dehnfähiger Stoff wurde meiner Körperform nach zugeschnitten und vernäht (Nähmaschine mit Overlook-Stich - vernähen und abschneiden in einem). Der Reißverschluss sitzt vorne und schließt bis zum Kragen.
Da das Fell, welches ich besorgt hatte nicht sehr dehnbar ist wurde zunächst nur den Kopf bezogen (als Test, was überhaupt möglich ist).
Das längere Fell ist nur an den Haarspitzen hell gefärbt, die dunkleren Augenbrauen sind also nur "gestutztes" Fell. Die Nase wurde erst nach dem Aufkleben des Fells befestigt, damit kein Übergang sichbar bleibt wurde sie später nochmals mit einer Schicht flüssigen Gummis überzogen.
Zwischendurch wurden verschiedene Stadien des Kopfes fotografiert und Variationen der Fellfarbe (Schnitt) ausprobiert.
Alte Lederhandschuhe wurden mit Fell beklebt, die Klauen aus FIMO hergestellt.
Nebenstehendes
Foto war die Vorlage, aufgrund derer ich mich zu den letzten Änderungen
entschlossen habe.
Die verschiedenen Stadien im Kurzüberblick:
Den Körper habe ich komplett Handgenäht (zuerst Papier-Schablone für den Zuschnitt gezeichnet und deren Umriß um 1cm in alle Richtungen vergrößert).
Die Füße bestehen aus Kunstleder mit Styrophor-Einsätzen:
Die
Rute besteht aus einem Gartenschlauch, an dem in 10 cm Abständen Aluminiumrohrstücke
befestigt worden sind. Um diese wurde Schaumstoff gewickelt und das Ganze mit
Klebeband verstärkt. Durch die Rohre wurde ein strapazierfähiges Seil
gesteckt, womit dann durch Ziehen der Gartenschlauch gekrümmt werden kann.

Diese Aufgabe übernehmen zwei Servos, die am Ende der Rute in einem Aluminium-Käfig sitzen.
Die Einzelteile (Handschuhe, Schuhe, Körper, Rute und Kopf) werden von Druckknöpfen, Reißverschlüssen, Klettband und Gummibändern zusammengehalten. Da ich den Körper genau auf mich zugeschnitten habe (und das Fell nicht dehnbar ist) wird wohl kaum jemand anders in dieses Köstüm passen.
Damit die Augen nicht innen anlaufen habe ich noch kleine Löcher am Augenrand gebohrt (sind nicht zu sehen).
Wer noch mehr Anregungen zum Kostümbau sucht, kann sich bei folgenden Adressen umsehen:
www.fursuit.org