Mit diesem kleinen Artikel möchte ich ein bisschen Reklame für ein Auslandspraktikum in Norwegen machen. Momentan darf ich mich glücklich schätzen, hier oben verweilen zu können. Als Elektrotechnikstudent wurde mir des öfteren nahe gelegt, das Praktikum doch im Ausland zu machen.
Der Fachbereich Elektrotechnik unterhält durch den Dekan und Auslandsbeauftragten Herrn Prof. Georg Scharfenberg sehr gute Beziehungen zu der Hochschule Bakkenteigen in Horten in dem "Regierungsbezirk" Vestfold. Diese Hochschule zählt zu den Eliteschulen in Norwegen. Das äußert sich durch die hervorragende Betreuung durch die Dozenten. Auf einen Dozenten kommen maximal acht Studenten. Auch die außergewöhnlich gute Ausstattung der Schule trägt mit dazu bei, dass man sich hier spielerisch Erfahrungen und Wissen aneignet. Der moderne und helle Bau lässt in dieser Hinsicht nichts zu wünschen übrig. Und was an Equipment nicht vorhanden ist, das wird angeschafft. Es scheint fast, als ob Geld keine Rolle spielen würde. Dass dem nicht ganz so ist, sollte klar sein. Doch es warten so viele Projekte auf eine Lösung, dass die Schule eigentlich alles wieder verwerten kann, was man sich so wünscht. Sei es nun ein spezielles Entwicklungsbord oder auch nur spezielle integrierte Bausteine: Was man benötigt, wird organisiert.
Was gibt es zu tun?
Wie bereits erwähnt, werden hier ständig alle möglichen Projekte in Angriff genommen. Der Grund dafür ist der, dass alle Studenten am Ende ihrer Ausbildung ein Projekt bearbeiten müssen, das der Diplomarbeit in Deutschland ähnelt. Durch die hervorragende Zusammenarbeit der Lehrer werden diese Projekte selten separat bearbeitet und später dann auch eingesetzt, sondern es wird versucht, dass alle Projekte irgendwann mal als Modul für ein größeres Projekt genutzt werden können. So bearbeitet eine Gruppe zum Beispiel eine Lösung für eine spezielle Funkübertragung, während eine andere Gruppe einen neuen Chip zur Ermittlung der Neigung eines Körpers in Bezug zum Boden untersucht. Irgendwann wird dann eine Gruppe mehrere solcher Projekte als Grundlage nutzen, um damit einen Autopiloten für einen Modellhubschrauber zu basteln.
Sollte sich jemand für ein Praktikum an dieser Hochschule interessieren, so kann man sich entweder einer Gruppe anschließen, ein neues Projekt initiieren oder aber ein Projekt aus Deutschland mitbringen. Die Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, sind nahezu unbegrenzt. Letzteres wird besonders begrüßt, da auch an der Fachhochschule ein Projekt läuft, das sich über mehrere Fachbereiche (Elektrotechnik, Informatik, Mathematik) über einen längeren Zeitraum erstreckt und durch Praxissemester und Diplomarbeiten bearbeitet wird. Näheres hierzu erfährt man bei Herrn Prof. Georg Scharfenberg.
Snakker du engelsk?
Abgesehen von den guten Vorraussetzungen, sich fachbezogenes Wissen anzueignen, sollte auf alle Fälle noch erwähnt werden, dass sich ein Aufenthalt in Norwegen sehr gut eignet, um seine Englischkenntnisse etwas aufzupolieren. Es gibt in diesem Land kaum noch jemanden, der des Englischen nicht mächtig ist. Deutsch wird zwar von vielen Norwegern als Wahlfach belegt, aber im Gespräch wird man immer wieder sehr schnell beim Englischen landen. Ich versuche nun schon seit längerer Zeit, die hiesige Sprache zu erlernen, habe aber festgestellt, dass man sehr schnell wieder auf Englisch umschaltet. Das ist zwar nicht gerade sehr dienlich, um Norwegisch zu erlernen, ist aber äußerst bequem. Dabei sollte noch erwähnt werden, dass Norwegisch für Deutsche sehr einfach zu erlernen ist, da die Grammatik bei beiden Sprachen annähernd gleich ist und der Wortschatz in vielen Fällen eine Mischung aus Deutsch und Englisch darstellt.
Natur pur
Bakkenteigen liegt circa 100 km südlich von Oslo, westlich des Oslofjordes. Diese Gegend ist diejenige, die am meisten durch Sonnenschein und relativ milde Winter beglückt wird. Man sagt, dass hier die 10 Prozent von Norwegen liegen, die klimatisch gesehen Deutschland entsprechen. Wasserratten werden hier unbegrenzte Möglichkeiten vorfinden. Die Wassertemperaturen erreichen im Sommer locker 20 Grad. Damit ist das Wasser in den Fjorden gemeint. Die Seen werden noch wärmer.
Wer aber vom Wasser nicht all zu sehr fasziniert ist und sich mehr am Lande herumtreiben möchte, wird auch nicht enttäuscht werden. Die malerischen Berge laden geradezu zu Wanderungen und zum Kraxeln ein. Wer aber die typisch norwegische Landschaft kennenlernen möchte, kann über ein Wochenende hin an die Westküste fahren und dort die herrlichen Fjorde, Berge und Inseln bewundern.
Vielleicht hat der Eine oder Andere ja Lust bekommen, hier mal für ein Semester vorbeizuschauen. Dann gilt es eigentlich nur noch, rechtzeitig beim Auslandsbeauftragten das Praktikum zu "buchen" und dieses hübsche Fleckchen Erde zu genießen. Übrigens: Auch Diplomarbeiten können hier in Angriff genommen werden.
Hier noch ein paar Links:
Die Schule in Bakkenteigen:
www.hive.no
Viele Webcams:
www.reuber-norwegen.de/Fylker/FramesWebcams.html