Einst, damals, vordem oder so, da muss es eine Zeit gegeben haben, in der man Informatiker suchte wie Stecknadeln im Heuhaufen. Charles Babbage war einer, Ada Byron - Lady Lovelace - gehörte zu ihnen, auch Konrad Zuse Da war man wirklich noch wer, wenn man sich auf Algorithmen und ihre Verarbeitung verstand. Eine Greencard wäre damals ein Witz gewesen, da man die infrage kommenden Leute noch einzeln aufzählen konnte und auch noch kein wirklicher Bedarf da war.
Dann kamen die Transistoren und integrierten Schaltkreise und alles wurde anders! Plötzlich begann eine ungehemmte Entwicklung, die ihr vorläufiges Ende darin fand, dass Armbanduhren multiuserfähige Rechenanlagen werden, Telefone im Internet surfen können, Spülmaschinen mit ihren Bedienern reden und die Menge der veralteten und damit auszumusternden Rechner sich zu einem globalen Umweltproblem entwickelt. Offensichtlich gibt es heute einen beträchtlichen Bedarf an Informatikern in allen denkbaren Bereichen.
Irgendwo dazwischen habe ich an der Uni Karlsruhe Informatik studiert. Damals (vor über 17 Jahren) fingen wir als Meute von 580 hochmotivierten Hoffnungsträgern an und ließen uns von der hohen Selektionsrate zu mehr oder weniger wissenschaftlichen Höchstleistungen anspornen. Immerhin 80 würden die Chance bekommen, ihr Diplom zu machen! Der Rest fiel somit unterwegs irgendwie dem gnadenlosen Sieb zum Opfer, das bis zum Start des Hauptdiploms drei Viertel der Studierenden erfolgreich aus dem Studiengang geschmissen hat.
Meist waren es die Matheprüfungen, die mit Durchfallquoten von 70-90 Prozent zuschlugen und das trotz (oder gerade wegen) weltweit anerkannter Koryphäen als Dozenten. Professor Leopoldt beispielsweise meinte denn auch in seiner ersten Vorlesung uns mitteilen zu müssen, dass er von dem völlig überfüllten Hörsaal schon in Kürze nur noch mit den ersten drei Reihen zu tun hätte, da das Niveau einfach sehr hoch sein müsste.
Irgendwie hatte das einen platztechnisch negativen Einfluss auf die Parallelvorlesung (da wir zusammen mit den ca. 80 reinen Mathematikern sowieso nicht in einen Hörsaal passten). Kurz vor Weihnachten stellte Professor Leopoldt vor einem noch immer halb gefüllten Hörsaal fest, dass er sein Lieblingsthema Zahlentheorie doch etwas in den Hintergrund stellen müsste, da wir in den 14 Tagen vor Weihnachten den Pflichtstoff, der dafür die ganze Zeit außen vor geblieben war, nachzuholen hätten.
Eine Mischung aus erleichtertem und entsetztem Stöhnen füllte daraufhin den Saal. Unser Professor entschuldigte sich immerhin dafür, dass die nächsten Vorlesungen wohl recht hart werden würden, was aber in Anbetracht unserer wichtigen Erkenntnisse in der Zahlentheorie sicher gerechtfertigt sei. Dann rückte er den zweiten Overheadprojektor in Position, den er extra mitgebracht hatte, und fing an, im schnellen Wechsel Folien aufzulegen und in Dieter-Thomas Heck Manier durchzusprechen.
Nach circa 20 Minuten brauchte er einen Schluck Wasser, um weitermachen zu können, und richtete seinen Blick auf die geplagte Schar, die verzweifelt versuchte, die kurze Pause zu nutzen, um wenigstens einige Lücken im Mitschrieb aus den Nachbaraufzeichnungen zu füllen. Dann gab er sich einen Stoß und bot an, dass ein Vertreter von uns die Folien zum Kopieren ausleihen könnte und diese dann verteilt würden. Sicher sei das nicht mit einem eigenen Mitschrieb zu vergleichen, in dem man seine ganzen Anmerkungen und Erläuterungen mit einbringen könne
Daraufhin wollte er dann mit weiter gesteigertem Tempo fortfahren, hielt allerdings noch einmal kurz inne: Ob es wahr sei, dass die anwesenden Informatikstudenten neben den Vorlesungen der reinen Mathematiker noch zusätzliche Vorlesungen hätten, wollte er von uns wissen. Nach etwas ungläubigem Getuschel wurde ihm mitgeteilt, dass wir noch unsere eigentliche Kernvorlesung Informatik mit wöchentlich abzugebendem Übungsschein, dazu die Physikvorlesung und ab dem zweiten Semester extra Vorlesungen zum Thema Wahrscheinlichkeitstheorie beziehungsweise Statistik zu absolvieren hatten. Dazu kämen dann bis zum Vordiplom noch Proseminar und Praktikum und etwas Numerik.
Seine selten gehörte, einfache Rückfrage "Was?" wurde von einem noch selteneren Ausdruck echt gemeinten Bedauerns auf seinem Gesicht begleitet. Er hätte bis dato darauf geachtet, dass sein Anteil an den Mathevorlesungen, die Lineare Algebra, gerade noch genügend Zeit ließe die (seiner Ansicht nach) sehr viel weniger bedeutende Vorlesung "Analysis" zu verkraften. Jetzt könne er verstehen, warum einige von uns einen so überaus gestressten Eindruck machten.
In der darauf folgenden Vorlesung bot er uns dann sogar an, sich mit den Informatikern einmal die Woche außerhalb der regulären Zeiten zu treffen um auf einige Probleme einzugehen. Er könne im Sinne der Mathematiker leider die Stoffmenge nicht reduzieren, aber er wüsste nicht, wie wir Informatiker das alles schaffen sollten. Wir waren fürwahr sehr gerührt, was allerdings die Durchfallquote der abschließenden Prüfung nur unwesentlich beeinflusste.
Nun stellt sich für den einen oder anderen geneigten Leser sicherlich die Frage, was das alles mit der Greencard-Überschrift zu tun hat. Und ich möchte diejenigen, denen der Zusammenhang bis jetzt verborgen blieb, nicht weiter auf die Folter spannen:
Es dreht sich darum, dass wir damals eine Situation hatten, in der die noch recht junge Informatik bei Schulabgängern zwar einigermaßen begehrt war, der prognostizierte Bedarf an fertigen Abgängern aber recht niedrig lag und deshalb auf eine sehr elitäre Ausbildung wert gelegt wurde, die nur "die Besten" in den Arbeitsmarkt entlassen sollte. Immerhin hatten sich die süddeutschen Universitäten erfolgreich gegen einen Numerus Klausus zur Wehr gesetzt, mussten dafür aber mit der daraus folgenden Schwemme an Studieneinsteigern fertig werden, was eben durch das gnadenlose Sieben erfolgte.
Dass dabei so mancher hoch begabte Informatiker (oder Informatikerin, die damals durch ihre Anzahl noch wie Albinos in der Herde auffielen) auf der Strecke blieben, die an den künstlich hochgesetzten Hürden in Mathematik oder Physik scheiterten, war letztlich nicht so tragisch. Wer die ersten Semester durchgehalten hatte, war schon allein durch sein Durchhaltevermögen für fast jeden Job geeignet und vorzeitige Abgänger der Uni Karlsruhe waren gesuchte Leute, da sie ohne den finanziellen Bonus des Diploms für Programmieraufgaben und Administration die geeignete Gehaltsstruktur hatten und ihr während des Studiums stark geknechteter Drang mit Computern zu arbeiten nach dem Ausstieg oftmals wahre Arbeitstiere aus ihnen machte.
Wer das Vordiplom geschafft hatte, gehörte schon zur "Elite", die anschließend versuchen musste, die Vielzahl an Hauptdiplomsvorlesungen in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren, was sich allein studenplantechnisch als neue Herausforderung entpuppte. Wenn nach einer durchschnittlichen Studiendauer von 13,7 Semestern das Diplom erreicht war, stand die ganze Welt offen! Entweder man blieb an einem Institut der Universität und versuchte seinen Doktor zu machen oder man hatte nach 20 bis 50 Bewerbungen einen Job, der dann allerdings meist recht gut bezahlt und verhältnismäßig krisenfest war.
Die Industrie wurde damals also mit hochgezüchteten Spezialisten (O-Ton einer Doktorandin, die im Hauptstudium Datenbanken als Schwerpunkt hatte: "Oracle, DBase, was ist das?"; O-Ton eines Doktoranten, der sich auf theoretische Informatik mit Schwerpunkt Compilerbau spezialisiert hatte: "Borland, wer ist das?") versorgt, bekam von den FHs praxisorientierte Informatiker und von den Abgängern eine breite Basis von Programmierern, Administratoren, Netzwerkern und Hotlinern. Kurzum, die Welt war in Ordnung: Angebot und Nachfrage hielten sich in etwa die Waage. Eine Greencard gab es auch damals nur dem Hörensagen nach in den USA und war bei uns kein Thema (wozu auch?).
Doch das blieb nicht lange so. Immer mehr Informatiker wurden gebraucht und da die Hochschulen ihren Ausstoß nicht entsprechend erhöhen konnten, entstand ein Mangel. Nicht unbedingt an Hochschulabgängern. Nun, man konnte diese Schnösel sowieso nicht für die eigentlichen Programmieraufgaben, etc. gebrauchen. Die Wirtschaft brauchte plötzlich ganz andere "Informatiker". Da war ein riesiger Bedarf an versiertem Personal in den aus dem Boden sprießenden Computerläden (die mittlerweile schon wieder am Aussterben sind), den entstehenden Computerketten, bei Versicherungen, Behörden, Firmen aller Branchen. Alle brauchten plötzlich Personal, das über Computer mehr wusste, als die Position des Einschalters.
Maßgeblich beteiligt an dem Dilemma waren die Informatiker selbst, denn durch immer neue, immer schnellere, immer billigere Computer stieg deren Verbreitung schneller als die einer hochinfektiösen Grippeepidemie. Und leichter zu bedienen wurden sie auch nur auf den ersten, oberflächlichen Blick. Spätestens nach einem halben Jahr der Umstellung auf die neuen Wunderkästen hatte jeder kapiert, dass Textverarbeitungen ein Segen, Abstürze ein Fluch und Backups ein Mythos sind.
Selbst hart gesottene Optimisten müssen bei technischen Systemen mit mehreren Hundertmilliarden Schalteinheiten, die milliardenfach pro Sekunde ihren Zustand wechseln können und dies mehr oder minder deterministisch aufgrund von Programmen tun sollen, die viele Millionen Zeilen handgeschriebenen Code beinhalten und deren Funktionieren auf dem Zusammenspiel von tausenden halbherzig definierten Schnittstellen und Vereinbarungen bei hunderten an der Herstellung beteiligten Softwarekomponenten beruhen, dem reinen Glauben an die Beherrschbarkeit der Technik abschwören.
Bis heute traut sich jedoch kaum jemand die Wahrheit auszusprechen: Wir hatten längst die Kontrolle verloren! Um einen durchschnittlichen Arbeitsplatzrechner mit dem Fensterbetriebssystem dauerhaft am Leben zu erhalten, brauchte es eine Armada an Hotlinern, Wartungstechnikern, Schulungspersonal, Firmenpsychiatern, etc. Für fast alle Stellenbeschreibungen traf irgendwie der Begriff Informatiker zu und so brauchten wir immer mehr davon.
Hinzu kamen Entwicklungen wie das Internet mit dem so genannten E-Commerce, etc. was letztlich zur Folge hatte, dass weitere Leute gebraucht wurden, die sich mit dem Web auskannten. Jeder, der irgendwie was von Computern verstand, wurde plötzlich von den Firmen umworben. Das Paradies war nahe. Neue Firmen mit neuen Arbeitsplätzen und neue Börsengänge kamen im Dutzend billiger daher. Nur leider hatte niemand dran gedacht, dass diese Leute alle Geld verdienen wollen und dass letzteres nicht auf Bäumen wächst. Die Folge kennt jeder: die Firmen gingen reihenweise Pleite, die überlebenden entließen und entlassen Personal in zehntausender Packungen und die Wirtschaft ruft nach der Greencard.
Greencard? War das nicht das Ding aus der Überschrift? Ja! Aber wozu brauchen wir die Greencard, wenn tausende grundsätzlich geeignete Leute entlassen werden, die mit einer Schulung auf ein ähnliches Level gebracht werden könnten wie die meisten Greencard-Anwärter? Eigentlich gar nicht, weswegen es auch über ein Jahr dauerte, bis das erste Kontingent von 10.000 Gastinformatikern ausgeschöpft war! Und das bei einem angeblichen Bedarf von mehreren 100.000, wie es noch zur CeBit 2000 hieß!
Doch die vielen einheimischen, arbeitslosen "Informatiker" wollen nicht für ein Minimalgehalt Unmengen an Überstunden leisten. Und eine Umschulung und Qualifizierung wollen die Unternehmen sowieso nicht finanzieren. Die alternative Aussicht, fertig (schnell-)geschulte Greencard-Träger billig zu bekommen, hat sicher auch dazu beigetragen, dass man momentan so manchen "teuren" Angestellten entlässt! Irgendwie paradox. In einer Zeit, in der man hunderttausende Informatiker angeblich dringend braucht, werden noch mehr davon entlassen. Und als Ersatz sucht man Personal im Ausland.
Im Gespräch mit einigen Entscheidern in Firmen hat sich dabei herausgestellt, dass sie von den Greencard-Kandidaten meist gar nicht so begeistert waren, teils, weil auch diese recht teuer werden, da ein Umzug auf Zeit aus Indien, Polen, Rumänien, etc. letztlich von der Firma gesponsert werden muss, teils, weil im Gegensatz zu den Industriezweigen, die vor Jahrzehnten die klassischen Gastarbeiter ins Land holten, jetzt niemand mehr an die notwendige Infrastruktur (Wohnungen im näheren Umfeld, Berücksichtigung der Sprach-, Ess-, Kulturunterschiede, etc.) denkt. Das alles sollen die Greencard-User doch gefälligst selbst auf die Reihe bekommen, wo doch jeder weiß, dass selbst für Inländer ein Umzug mit Arbeitsplatzwechsel ein gigantisches Problem darstellt.
Damit bleibt das Dilemma bestehen: Alle Welt erwartet von der Informatik viele weitere "Fortschritte" in allen Lebensbereichen, die natürlich unglaublich einfach zu bedienen und zuverlässig sein müssen und - nicht zu vergessen - billiger als das Altbekannte sind. Dass aber gerade Zuverlässigkeit und einfache Bedienung mit einem ungeheueren Entwicklungsaufwand verbunden sind und der dafür notwendige Einsatz von qualifiziertem Personal Geld kostet, wird leider ignoriert. Außerdem sind gerade im Bereich der Informatik noch ungeheuer viele positive Entwicklungen ziemlich offensichtlich und erste Prototypen recht schnell entwickelt. Daraus ergibt sich aber gerade die unsinnige Erwartungshaltung, dass diese Ideen dann auch schon wenige Tage später als brauchbare Produkte zu Spottpreisen verfügbar werden.
Somit sind viele Firmen der starken Versuchung ausgesetzt, kürzere Produktzyklen anzustreben, als bei einer gründlichen und vorrausschauenden Entwicklung möglich sind. Dabei leidet selbstverständlich die Qualität des Ergebnisses und ganz nebenbei müssen die Entwickler immer schneller neue Techniken erlernen und einsetzen, die oftmals noch nicht richtig ausgereift sind.
Für alle diese neuen Anwendungen gibt es verständlicherweise noch keine Spezialisten am Markt und "Learning on the Job" oder Weiterbildungsmaßnahmen passen nicht in die engen Zeitpläne. Da sind Versprechungen von "Just in time" qualifizierten Mitarbeitern aus dem Ausland, die man genauso schnell wieder entlassen kann, sehr verführerische Angebote. Auf die Idee, selbst mehr für die Ausbildung der Mitarbeiter zu tun, kommen die meisten Chefs nicht, da sie Angst haben, diese noch höher qualifizierten Spezialisten noch teurer bezahlen zu müssen. Die versteckte Hoffnung ist, in dem steigenden Überangebot an arbeitslosen Informatikern doch noch den Richtigen zu einem günstigeren Preis zu finden.
Das bedeutet letztlich, dass Studienabgänger, deren finanzielle Ansprüche noch eher wachsweich sind, weiterhin eine vortreffliche Aussicht auf einen Job haben, die dauerhafte Sicherheit desselben aber extrem unwahrscheinlich ist und der weitere Berufsweg sehr von der Flexibilität und dem Geschick des Einzelnen abhängt. Wer glaubt, mit einer durchschnittlichen Einstellung zu seinem Beruf auf Dauer erfolgreich zu sein, der wird sehr schnell den knallharten Boden der Realität unter sich wieder finden.
Ich will aber auch nicht verheimlichen, dass dieser Beruf auch viel Freude, Erfüllung, Herausforderungen und Genugtuung bringen kann. Wer sich mit Enthusiasmus mit der sich rasend weiterentwickelnden Materie beschäftigt wird auch in Zukunft eine gute Wahl getroffen haben und auch finanziell nicht zu kurz kommen.
Also kann ich nur jedem raten, sich neben dem Studium und dem Beruf unbedingt ständig selbst weiterzubilden, die weitere Entwicklung aufmerksam zu beobachten und sich auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Dazu gehört sicherlich das regelmäßige Lesen der wichtigsten Publikationen genauso wie ein häufiger Besuch von Messen und Konferenzen. (In dieser troja erfahrt ihr beispielsweise wieder einiges über empfehlenswerte Bücher, einen Bericht von der Informatik-Messe Systems in München und von der Oracle Anwenderkonferenz in Mannheim.)
So weit zur Greencard gestern und heute und in naher Zukunft. Doch wie soll es weitergehen? Nun, die Greencard soll ja angepasst werden. Weniger Qualifikation soll verlangt werden; weniger Gehalt vorgeschrieben. Dann könnte sie doch noch ein "Erfolg" werden. Denn was die Wirtschaft wirklich sucht, sind Spezialisten für wenig Geld, die nicht nach Betriebsrat, Überstundenvergütung, Weihnachtsgeld, etc. fragen.
Aber mal sehen, ob es vielleicht doch noch ganz anders kommt und eine sinnvoll gesteuerte Entwicklungsgeschwindigkeit wieder gründliche und qualitative hochwertige Anwendungen möglich macht, die dann vielleicht etwas teurer sind, aber neben dem höheren Nutzwert und der geringeren Belastung der Umwelt mit Abfall (wer hat die ganzen Tamagotchis gezählt, die ganzen alten PCs und Handys ) könnte auch eine richtige Ausbildung stattfinden und die Industrie hätte die Spezialisten, die sie wirklich braucht und könnte ein zumindest anständiges Gehalt zahlen. Dann dürfte es aber auch keine Überstunden ohne bezahlten Freizeitausgleich mehr geben. (Was allein schon viel bringen würde, da ein Großteil der Informatiker bei Verträgen über 38 Wochenstunden locker 10 und mehr - einige bis zu 30 - Überstunden pro Woche machen, meist ohne jeden Ausgleich!)
Doch dies hört sich irgendwie nach einer Episode aus "1001 Nacht Geschichten" an, besonders, wenn man beobachten kann, dass das Modell Greencard jetzt auch auf die Pflegeberufe ausgedehnt werden soll: Viele alte Menschen brauchen viel Pflege, die aber nichts kosten darf! Also holen wir Leute aus ärmeren Staaten, die als Qualifikation den "Umgang mit alten Menschen" vorweisen müssen. Wer also einen Opa hat, der ist qualifiziert. Gleichzeitig haben wir hier in Deutschland immer mehr Arbeitslose
Keine übertrieben rosigen Aussichten! Aber umso mehr solltet ihr euch eurem Ziel verschreiben. Wer weiß, was er will und dabei flexibel bleibt, der wird auch unter solchen Bedingungen seinen Weg machen und viel Freude daran haben!
(Übrigens: Auch ich habe eine "Greencard"! Der ADAC und die KFZ-Versicherung, von der ich sie zu meinem Auto bekommen habe, raten, sie bei Auslandsreisen mit dem Auto immer mitzuführen! Wahrscheinlich, damit man mich später wieder nach Deutschland reinlässt!)