Agatha Christie:

Der Dienstagabend-Club


Rezensent: Stefan Scherer

Inhalt:

Der Dienstagabend-Club stellt, wie der englische Originaltitel verrät, eine Sammlung von 13 Kurzgeschichten dar. Lediglich die ersten sechs handeln dabei vom Dienstagabend-Club.

Eines Abends treffen Joyce Lempier, eine Künstlerin, Sir Henry Clithering, bis vor kurzem Kommissar bei Scottland Yard, Dr. Pender, der Geistliche der Gemeinde, Mr. Petherick, Rechtsanwalt und Raymond West, Schriftsteller und Neffe von Miss Marple, bei der alten Dame zusammen. Raymond West schlägt bei dieser Gelegenheit vor, man könne sich doch die folgenden Dienstage treffen, einen Dienstagabend-Club gründen. Bei jedem dieser Treffen solle nun einer der Anwesenden eine Geschichte erzählen, den anderen ein Rätsel aufgeben.

Am selben Abend und in der ersten Geschichte mit dem Titel Der Dienstagabend-Klub erzählt nun Sir Henry Clithering von einem Fall aus seiner Laufbahn als Kommissar: Eine Frau starb. Anscheinend hätte der Ehemann Motiv und Gelegenheit gehabt, doch die Sachlage stellte sich denn doch als weitaus komplizierter heraus…

In Der Tempel der Astarte erzählt Dr. Pender von einem Ereignis aus seiner Jugend. Ein Mann starb, ein anderer wurde schwer verletzt und als Lösung schien sich nur das Wirken übernatürlicher Kräfte anzubieten…

Die verschwundenen Goldbarren geben Raymond West Rätsel auf. Aus einem gesunkenen Schiff sind Goldbarren verschwunden und niemand weiß um ihren Verbleib ... auch der Erzähler der Geschichte nicht. Gut, dass Miss Marple sich mit Gartenarbeit auskennt…

Joyce Lempriers Geschichte handelt von einem ebenso teuflischen wie raffinierten Verbrechen. Der rote Badeanzug führt Miss Marple auf die richtige Spur.

Mr. Pethericks Geschichte ist höchst trickreich und fasziniert auch ohne Bluttaten oder große Verbrechen. Die überlistete Spiritistin stellt freilich alle außer Miss Marple vor ein schier unlösbares Rätsel.

Der Daumenabdruck des heiligen Petrus, ein Rätsel von Miss Marple erzählt, stellt schließlich das letzte Zusammentreffen des Dienstagabend-Klubs dar. Eine Nichte Miss Marples verlor ihren ungeliebten Ehemann und stand alsbald unter dem Verdacht ihren Gatten ermordet zu haben. Den wahren Schaferhalt aufzuklären lag nun an "Tante Jane“.

Die nächsten sechs Geschichten sind ein Jahr später angesiedelt. Sir Henry Clithering ist bei seinen alten Freunden, den Bantrys zu Besuch und regt in Erinnerung an die vergnüglichen Abende von vor einem Jahr an, Miss Marple und einige andere einzuladen.

So kommt es, dass sich als bald Colonel Bantry, Mrs. Bantry, Sir Henry Clithering, Dr. Lloyd, seines Zeichens Arzt, Jane Helier, die Schauspielerin und natürlich Miss Marple über ungelöste Kriminalfälle unterhalten.

In Die blaue Geranie berichtet Colonel Bantry von einem Todesfall, bei dem allem Anschein nach das Übernatürliche mit im Spiel war.

Die Frage, warum eine Dame ihre Gesellschafterin töten sollte, stellt Dr. Lloyd in der Geschichte Die Gesellschafterin.

Die vier Verdächtigen bereiten schließlich Sir Henry Clithering Sorge. Eine Geschichte, die nicht nur deshalb interessant ist, weil es in ihr - wie in so manchen anderen Erzählungen Agatha Christies - mehr darum geht die Unschuldigen von dem auf sie lastenden Verdacht zu befreien, als den Schuldigen seiner gerechten Strafe zuzuführen.

Eine Weihnachtstragödie wird von Miss Marple vorgetragen und handelt von einem Ereignis wie es sich nur der alten Damen aus St. Mary Mead widerfahren konnte.

Mrs. Bantry berichtet ... ihrem Faible für Gartenarbeit angemessen ... über Das Todeskraut. Fingerhutblätter wurden zusammen mit Salbeiblättern gepflückt und ein Mädchen starb. Unfall oder Mord?

Die seltsame Angelegenheit mit dem Bungalow, erzählt von Jane Helier, scheint schließlich sogar Miss Marple vor unlösbare Rätsel zu stellen. Zumindest scheint es so…

Diesen Geschichten schließt sich noch ein Bericht über einen Mord an, der sich in St. Mary Mead ereignete. Miss Marple kennt den Schuldigen, ist aber nicht in der Lage dies zu Beweisen und so bittet sie Sir Henry Clithering um Mithilfe.

Bewertung:

Der Dienstagabend-Club stellt meiner Meinung nach einen idealen Einstieg in die Welt von Agatha Christies Miss Marple dar. Zum einen sind die Kurzgeschichten zeitlich noch vor Mord im Pfarrhaus angesiedelt. Zum anderen stellen sie dem Leser Miss Marple, ihre Art die Dinge anzugehen und natürlich nicht zu letzt ihren Messerscharfen Verstand anhand zwar kleiner aber nichtsdestotrotz überaus faszinierender Geschichten vor.

Agatha Christie

Der Dienstagabend-Club

(The Thirteen Problems)

Übersetzung: Maria Meinert

ISBN 3-502-50859-3

DM 12,80

 


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