VORLESUNGEN
Von Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinz Reichmann werden die in der Tabelle gelisteten Vorlesungen und Praktika angeboten.
> VORLESUNGSTABELLE
> WÄRME- UND STOFFÜBERTRAGUNG
> THERMISCHE VERFAHRENSTECHNIK
> PROZESS-SIMULATION
> LUFT- UND BODENREINHALTUNG (LBR)
> LUFTREINHALTUNG
> PRAXISSEMINAR (PS1 ODER PS2)
VORLESUNGSTABELLE
Zu allen Vorlesungen liegt ein vollständiges Skript vor, das zu Beginn der Vorlesung als Kopiervorlage an die Studenten ausgegeben wird. 
 
Bezeichnung Kürzel SWS Stud. Gang Semester Art 
Wärme- und Stoff-Übertragung WSÜ 4 VT 4 oder 5
nur im WS
PF
Thermische Verfahrenstechnik TV 6
4
VT
MBEN
5
8
PF
Prozess Simulation PRS 4 VT 8 PF
Luft- u. Boden-Reinhaltung LBR 4 VT 7 o. 8 WPF
Luftreinhaltung LR 2 versch. versch. AW
Praxisseminar (nicht regelmäßig) PS1/2 2 MB/VT 3 o. 6 PF

Legende:
SWS-Semester-Wochenstunden
VT-Verfahrenstechnik
MB, MBEN Maschinenbau, Maschinenbau Schwerpunkt Energietechnik
IE-Industrial Engineering, bisher Produktion und Automatisierung, PA
PF-Pflichtfach
WPF-Wahlpflichtfach
AW-Allgemeinwissenschaftliches Fach, das von Studenten verschiedener Studiengänge gewählt werden kann

Im folgenden werden die Fächer in Anlehnung an die Inhaltsverzeichnisse kurz beschrieben.

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WÄRME- UND STOFFÜBERTRAGUNG
Die Wärmeübertragung ist von Bedeutung beim Betrieb von Maschinen und Anlagen. Beispiele: 
  • Kühlung von Maschinen und Motoren 
  • die Abfuhr der Kondensationswärme in einem Dampfkraftprozess zur Erzeugung von elektrischer Energie aus Kohle
  • Kühlung von Computern 
  • Kühlen/ Gefrieren und Lagerung von Lebensmitteln
In verfahrenstechnischen Anlagen wird in vielen Schritten abwechselnd beheizt und gekühlt, verdampft und kondensiert, z.B.:
  • Beim Destillieren muss ein Gemisch erst verdampft und das dampfförmige Produkt kondensiert werden. 
  • Beim Sterilisieren in Pharma- oder Lebensmittel-Betrieben muss eine Flüssigkeit z.B. auf 130 °C erwärmt und anschließend wieder auf Umgebungs-Temperatur gekühlt werden. 
Vorgänge bei denen Stoffübergang erfolgt sind beispielsweise 
  • die Diffusion einer Flüssigkeit durch eine Membran bei der Meerwasser-Entsalzung 
  • die Verdunstung einer Flüssigkeit in einen Gasstrom bei der Lacktrocknung 
In der Vorlesung werden die physikalischen Vorgänge und die wichtigsten Beziehungen für die Berechnung von Wärmetransport- und Stofftransport-Vorgängen behandelt.

Inhalt der Vorlesung:

  1. Einleitung: Erläuterung der drei Wärmetransportarten Leitung, Konvektion und Strahlung 
  1. Wärmeleitung, stationär (unabhängig von der Zeit), eindimensional Wärmedurchgang, d.h. die in der Praxis häufigste Situation, dass Wärme von einem Fluid (Gas oder Flüssigkeit) an eine Wand, durch die Wand hindurch an ein zweites Fluid zu übertragen ist. 

  2. Vergrößerte Oberflächen: Rippen zur Erhöhung der konvektiven Wärmeübertragung zwischen Gasen und der Oberfläche eines Körpers
    Wärmeverlust und Abkühlung eines Fluids beim Durchströmen durch Rohrleitungen
  1. Instationärer Wärmetransport, grundlegende mathematische Beziehungen und vereinfachte Methoden für die praktische Anwendung
  1. Konvektiver Wärmeübergang

  2. Wärmeübergang zwischen einem Fluid und einer Wand. Für diesen gibt es keine Universalgleichung, deshalb werden folgende Punkte behandelt:
    Zwangsweise Fluidströmung oder thermisch erzeugt Auftriebsströmung
    laminare oder turbulente Fluidströmung
    Einfluss der Geometrie und Anordnung, z.B. Rohr-Innenströmung, Rohr-Umströmung, überströmte Rohrbündel und Rührbehälter
    Verdampfung oder Kondensation 
  1. Wärmetauscher

  2. Wesentliche Bauformen, Stromführung 
    Wärmedurchgangs-Koeffizient, logarithmische Temperatur-Differenz
    Auslegung von Wärmetauschern. 
Wärmetauscher gehören zu den am zahlreichsten benötigten Apparaten in Verfahrens- und Energietechnik.
  1. Wärmestrahlung 

  2. Grundgesetze der Wärmestrahlung, Oberflächeneigenschaften, Strahlungsaustausch, Formfaktoren, Mehrfach-Refflektion und Gasstrahlung
     
  3. Numerische Berechnung des Wärmetransports durch Unterteilung in kleine Elemente 

  4. Mehrdimensionale Berechnung von Wärmetransportproblemen, 
    Berücksichtigung der Randbedingungen Konvektion und Strahlung sowie von körpereigenen Wärmequellen.
  1. Stoffübergang: Ähnlich dem Wärmetransport durch Leitung und Konvektion kann Stoff ausgetauscht werden durch Diffusion und Stoffübergang
Die Grundgesetze werden in Analogie zum Wärmetransport behandelt.
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THERMISCHE VERFAHRENSTECHNIK
Dieses Fach gehört zu den Kernfächern des Studienganges Verfahrenstechnik.

Ein wesentliches Merkmal der behandelten Methoden ist die Aufgabe, molekulare Gemische durch thermodynamische/physikalische Vorgänge zu trennen. Das bekannteste und bedeutendste Verfahren ist die Destillation zur Trennung einer Lösung aus zwei (oder mehr) Stoffen mit unterschiedlich hohen Siedetemperaturen. Eine bedeutende und komplexe Anwendung der Destillation ist die Trennung von Erdöl, das aus sehr unterschiedlich großen Molekülen mit unterschiedlichen Siedetemperaturen besteht, in eine große Zahl verschiedener Produkte, vom Flüssiggas bis zum Bitumen für den Straßenbau.

Bei der Extraktion wird aus einem Gemisch, das flüssig, fest oder gasförmig sein kann, mit einer Extraktionsmittel genannten Flüssigkeit ein Stoff "herausgezogen". Hier beruht die Trennwirkung auf einer größeren Anziehung des abgetrennten Stoffes zum Extraktionsmittel.
Im Alltag ist das Kaffeekochen ein Beispiel für das Extrahieren der Kaffee-Inhaltsstoffe aus dem Kaffeepulver mit dem Extraktionsmittel heißes Wasser.

Die Adsorption sei für die Gasreinigung mit Aktivkohle charakterisiert. Wenn z.B. aus einem Abluftstrom Kohlenwasserstoffe abgetrennt werden müssen bevor dieser an die Umwelt abgegeben werden darf, wird dieser durch einen mit Aktivkohle-Granulat gefüllten Behälter geleitet. Dabei kondensieren die Kohlenwasserstoff-Moleküle in die Poren der Aktivkohle.

Diesem Fach liegt neben der "normalen" Thermodynamik vor allem die Mehrstoff-Thermodynamik zugrunde.

Inhalt:

  1. Einführung:

  2. Stoff- und Energiebilanzen, Stoffmengen und Konzentrationsmaße, Betriebsweisen von Prozessen
     
  3. Wärmetauscher-Einsatz:

  4. Methoden für Heizung / Kühlung,
     
  5. Verdampfung, Kondensation und Zwei-Phasen-Strömung
  1. Grundlagen der Trennprozesse:

  2. Gasgemische, Aggregats-Zustandsänderungen reiner Stoffe, Lösungen,
    Enthalpie- Konzentrations-Diagramm
     
  3. Gemisch-Trennung durch Verdampfen

  4. Verdampfen / Eindampfen
    Wärmerückgewinnung
    Stofftrennung einer Lösung durch Teilverdampfung, Destillation, Destillationsprozesse
     
  5. Rektifikation: vielstufige Destillation in einer Kolonne:

  6. Ermittlung der Trennstufenzahl für geforderte Produktreinheiten
    Stoff- und Leistungsbilanzen
    Konstruktive Ausführungen und Abschätzung der Kolonnenabmessungen
     
  7. Extraktion und Absorption

  8. Physikalische Grundlagen, Gemisch aus drei Stoffen
    Trennung eines Gemisch aus zwei Stoffen mit einem flüssigen Extraktionsmittel
    Flüssig-flüssig Extraktion, Fest-flüssig Extraktion und
    Gas-flüssig Extraktion (Absorption)
    Ermittlung von Extraktionsmittelmenge und Trennstufenzahl
     
  9. Adsorption und Ionenaustausch

  10. Grundlegende Begriffe, Zweck und Einsatz des Verfahrens,
    Adsorptionsvorgang, Adsorptions-Isotherme, Adsorptionsmittel
    Desorption (Regeneration des Adsorptionsmittels)
    Bauarten und Betriebsweisen
    Ionenaustausch
     
  11. Trocknung

  12. Einführung in die Trocknung, Trocknungsaufgaben in der Verfahrenstechnik
    Trocknungsarten: konvektiv, Kontakt, Wärmestrahlung, Vakuum-u. Gefriertrocknung etc. Trocknungsverlauf
    Technische Trocknerbauarten
     
  13. Membranverfahren

  14. Prinzip der Stofftrennung mittels Membranen
    Membran-Aufbau und -Materialien
    Umkehrosmose, Pervaporation, Gaspermeation
Die Verfahren Destillation, Adsorption, Gefriertrocknung und Pervaporation werden in Versuchsapparaten im Labor Thermische Verfahrenstechnik im Praktikum Verfahrenstechnik durchgeführt.
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PROZESS-SIMULATION
Diese Vorlesung wird als Lehr- und Übungsveranstaltung im Rechnerraum gehalten. Mit einem Rechenprogramm werden verfahrenstechnische Prozesse ausgelegt. Der Schwerpunkt liegt auf thermischen Verfahren. Mit der Software können für die Auslegung folgende Schritte durchgeführt werden:
  • Erstellen des Verfahrensschemas mit den erforderlichen Apparaten und Maschinen und Transportleitungen
  • Wahl der Stoffe aus einer Datenbank und Bestimmung des thermodynamischen Modells für die realistische Beschreibung des Stoffgemisches
  • Berechnung der Zustände Druck, Temperatur, Aggregatzustand sowie Ermittlung der Stoffmengen und Leistungen
  • Dimensionierung von Apparaten und
  • Detaillierte Dokumentation des Ergebnisses
Anwendung der Programme zur Prozess-Simulation in der Praxis:
  • in Ingenieurbüros zur Auslegung von Prozessen
  • in Produktionsbetrieben, wie zum Beispiel die Raffinerie Bayernoil, zur Überwachung oder Änderung von Prozessen
Die Vorlesung wird in englischer Sprache abgehalten, dadurch werden die StudentInnen mit den englischen Fachausdrücken und den Begriffen des US-amerikanischen Programms vertraut.

Bild 1: Schema eines Prozesses zur Trennung eines Gemisches aus 90% Wasser und 10%

Kohlenwasserstoff (DMF) aus einer Kunstfaser-Produktion aus der Prozess- Simulation

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LUFT- UND BODENREINHALTUNG (LBR)
Dieses Fach behandelt die Reinigung von Abluft aus der
  • Produktion
  • Verbrennung fossiler Brennstoffe
  • Verbrennung von Abfällen und toxischen Stoffen in Müll- bzw. Sondermüll-Verbrennungs-Anlagen
und gibt einen Überblick zur Bodenreinhaltung. Böden sind meist durch länger zurückliegende Verschmutzungen in Produktions-, Chemie-, Verbrennungs- oder Militär-Anlagen kontaminiert (Altlastenproblematik).

Die Vorlesung baut auf den Kenntnissen der Vorlsesungen Thermische Verfahrenstechink und Mechanischer Verfahrenstechnik auf.

Die für beide Problemfelder einzusetzende Umwelttechnik erfordert z.T. erhebliche Investitionen. Die Anwendung muss durch Umweltgesetze durchgesetzt werden. Es können aber nur Maßnahmen zum Schutz der Umwelt erzwungen werden, die technisch realisierbar und wirtschaftlich vertretbar sind. Außerdem muss die Einhaltung von Emissionsgrenzen messtechnisch kontrollierbar sein.

In der Vorlesung werden deshalb neben der Technik die wichtigsten Gesetze besprochen, und einige Messverfahren vorgestellt.

Inhalt:

  1. Schadstoffe: Quellen, Vermeidung, Abbau und Transport

  2. Gesetze zur Reinhaltung von Luft und Boden
    Sicherheitstechnische Begriffe brennbarer Fluide
     
  3. Grundbegriffe der Luftreinhaltung

  4. Emissionen, Immissionen, Definition von Grenzwerten
    Verbrennungsrechnung
     
  5. Entstaubungsverfahren, Technologie, Einsatz, Bewertung
  1. Verfahren zur Entstickung von Rauchgasen mit und ohne Katalysator,

  2. Drei-Wege- Katalysator für den Einsatz in Fahrzeugen
     
  3. Verfahren zur Entschwefelung von Rauchgasen

  4.  
  5. Abtrennung von Lösemitteln aus Abgasen

  6. Adsorption und Absorption von Kohlenwasserstoff-Verbindungen
    Biofilter / Biowäscher
    Verbrennung und Membranverfahren
     
  7. Emissionsminderung von Halogen-Kohlenwasserstoffen

  8. Chlor- und Fluor-Wasserstoff sowie von Schwermetallen
     
  9. Bodensanierung

  10. Beschaffenheit des Bodens
    Altlastenproblematik
    Nachweis - und Analysemethoden
    Sicherungs- und Sanierungsverfahren
     
  11. Ausgewählte Messverfahren zur Emissionsmessung
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LUFTREINHALTUNG
Diese Vorlesung wird als allgemein-wissenschaftliches Fach (AW-Fach) des Fachbereiches Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik (AM) veranstaltet. 
Sie wird Studentinnen und Studenten verschiedener technischer Studiengänge und externen Teilnehmerinnen und Teilnehmern angeboten. 
Dieses Fach wird zum Erwerb der Zusatzqualifikation Immissionsschutz-Beauftragter benötigt.

Der Inhalt ist allgemein verständlicher und weniger umfangreich als die Vorlesung Luft- und Bodenreinhaltung:

1. Schadstoffe: Quellen, Vermeidung, Abbau und Transport
Gesetze zur Luftreinhaltung 

2. Grundbegriffe der Luftreinhaltung
Emissionen, Immissionen, Definition von Grenzwerten

3. Entstaubungsverfahren, Technologie, Einsatz, Bewertung

4. Verfahren zur Entstickung von Rauchgasen mit und ohne Katalysator, 
Drei-Wege- Katalysator für den Einsatz in Fahrzeugen

5. Verfahren zur Entschwefelung von Rauchgasen 

6. Abtrennung von Kohlenwasserstoff-Verbindungen aus Abgasen
Adsorption und Absorption 
Biofilter / Biowäscher
Verbrennung und Membranverfahren

7. Emissionsminderung von Halogen-Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen

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PRAXISSEMINAR (PS1 ODER PS2)
Montags werden praxisbegleitende Lehrveranstaltungen für Studenten im 1. oder 2. Praxissemester abgehalten. Dazu gehören die Praxisseminare. In diesen sind von den StudentInnen Referate über ihre Tätigkeit zu halten. StudentInnen die ihr Praktikum in einem Unternehmen in großer Entfernung oder im Ausland machen, können diese Fächer im folgenden Studien-Semester nachholen.
Die Referate im Praxisseminar sollen zur Fertigkeit in der Präsentation beitragen und einen Überblick über die recht unterschiedlichen Tätigkeiten der Kommilitonen und der Unter-nehmen im In- und Ausland geben.
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Laborhomepage: http://homepages.fh-regensburg.de/~rek39140/labor
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