 | ITALIEN |  |
Übersicht
Geografische Lage
| - Italien ist ein Staat in Südeuropa. Es liegt größtenteils auf der Apenninenhalbinsel.
Zu Italien gehört jedoch auch eine Reihe von Inseln, wie z. B. Sizilien, Sardinien, Elba, Pantelleria, die
Liparischen und die Ägadischen Inseln.
- Nachbarstaaten sind Frankreich im Nordwesten, die Schweiz und Österreich im Norden sowie
Slowenien im Nordosten.
- Im Westen wird Italien durch das Ligurische und das Tyrrhenische Meer begrenzt, im Osten durch die Adria und im
Südosten durch das Ionische Meer.
- Ganz von der Staatsfläche Italiens umschlossen sind zwei Kleinstaaten: San Marino und die Vatikanstadt.
| Karte Italiens
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Raumgliederung, Landesnatur und Klima
- Das Oberflächenprofil der Apenninhalbinsel und der zu Italien gehörenden Inseln ist überwiegend gebirgig. Die
Nordgrenze bildet der Hauptkamm der Alpen mit einer Reihe von Viertausendern, darunter der Montblanc an der Grenze
zu Frankreich. Südlich davon liegt die fruchtbare Poebene mit kulturellen Zentren wie Verona, Padua, Venedig, Parma,
Bologna und Ravenna. Anschließend zieht sich wie eine Mittelachse der Apennin über die ganze Halbinsel. Seine höchste
Erhebung bildet der Gran Sasso d´Italia mit 2914 m Höhe. Stets dominiert der Apennin, den weiter nach Süden die Sonne
zu kahlen Bergrücken ausbrennt, doch dazwischen wechseln sich Landschaften besonderer Prägung ab: das sumpfreiche
Küstenland der Maremmen zwischen Rom und Pisa, die Hügel der Toskana, die Hochländer der Abruzzen nordöstlich von Rom,
Kampanien, der Golf von Neapel und an der Südspitze die Basilicata und Kalabrien. Westlich der Apenninen zieht sich
eine Hügelkette vulkanischen Ursprungs vom Vesuv (1281 m) durch das Tyrrhenische Meer bis zum Ätna (3340 m). Neben dem
Po (632 km) sind noch die Etsch, der Tiber und der Arno von Bedeutung.
- Die Veränderung des Klimas zwischen den warmgemäßigten Nordosten und dem mediterran- subtropischen Südosten ist
deutlich zu spüren.
- Die Pflanzenwelt hat zum größten Teil mediterranen Charakter. An den Küsten und in den Flusstälern gedeihen
immergrüne Steineichen, dichte Bestände von Macchia, Kiefer, Pinie, Palme, Olive, Oleander und Myrte sowie Feigen-,
Apfelsinen- und Zitronenbaum. In den höher gelegenen Regionen siedelten sich sommergrüne Sträucher und Gehölze an, in
den Hochgebirgsregionen gehen die Laubwälder in den Nadelwaldgürtel über. Die Alpenflora ist nicht nur in der
Alpenregion, sondern auch auf dem Apennin heimisch. In der fruchtbaren Poebene überwiegt Kulturpflanzengesellschaft.
- Die Tierwelt ist durch Reh, Bär, Wolf, Biber, Fuchs, Marder und stellenweise Stachelschwein vertreten, auf
Sardinien haben sich Mufflon, Dam- und Rothirsch erhalten. In den Hochgebirgen leben Gämsen. Auf dem Land sind
Eidechsen- und Kriechtierarten mannigfaltig. Italien ist häufig Überwinterungsgebiet für Zugvögel aus dem Norden.
Allgemeiner Überblick
| Statistische Daten und Fakten
| | Offizieller Name | Republik Italien (Repubblica Italiana)
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| Fläche | 301 278 km2
| Einwohnerzahl | 56 933 000
| | Bevölkerungsdichte | 189 Einwohner/km2
| Hauptstadt | Rom (Roma) 2 830 000 Ew.
| Weitere große Städte | Mailand (Milano) 1 370 000 Ew.
Neapel (Nàpoli) 1 050 000 Ew.
Turin (Torino) 990 000 Ew.
Palermo 690 000 Ew.
Genua (Gènova) 680 000 Ew.
Florenz (Firenze) 410 000 Ew.
Bologna 400 000 Ew.
| Amtssprache | Italienisch
| | Höchste Erhebung | Mont Blanc de Courmayeur (Monte Bianco) 4808 m
| | Währung | 1 Italienische Lira = 100 Centesimi
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Wirtschaft
Landwirtschaft
- 10% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. 60% der Fläche können landwirtschaftlich genutzt werden. Der
Pflanzenbau überwiegt jedoch. Hauptlandwirtschaftsgebiet ist das fruchtbare Schwemmland der Poebene. Als Feldfrüchte
dominieren Weizen, Zuckerrübe, Mais, Reis, Gerste, Gemüse, Sojabohnen, Tabak und in erster Linie der Weinbau. Auf
Plantagen gedeihen Apfelsinen, Zitronen, Tomaten, Oliven, Nüsse, Mandeln und Kastanien. Auch in der Viehzucht gibt es
regionale Unterschiede: Rinder- und Schweinezucht im Norden, Schafe, Ziegen und Geflügel im Süden. Von traditioneller
Bedeutung ist die Fischerei. Die Agrarausfuhr ist mit rund 7% am Gesamtexport Italiens beteiligt.
Industrie
- Die eigenen Bodenschätze reichen für die hochentwickelte italienische Industrie als Rohstoffquelle nicht aus.
Gefunden werden Schwefel, Lignit, Anthrazit, Erdöl, Erdgas, Blei- und Zinkerze, Quecksilber, Marmor und Uran. Das
rohstoffarme Land konzentriert sich deshalb auf die verarbeitende Industrie und den Dienstleistungssektor.
- Die industrielle Entwicklung weist große regionale Unterschiede auf. Der Norden ist am höchsten industrialisiert, während
der Süden, der sog. Mezzogiorno, als das Armenhaus Italiens gilt.
 | - Wichtigster Industriezweig ist der Maschinenbau mit
den Schlüsselbranchen Kraftfahrzeug- (Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Ferrari usw.) und Schiffbau. Außerdem werden Anlagen
für die Nahrungsmittel-, Textil- und Chemieindustrie, Werkzeugmaschinen, Kühlschränke, Waschmaschinen, Büro- und
Druckereimaschinen hergestellt. Wichtig sind zusätzlich Kunststoff-, Papier- und Glaserzeugung sowie Möbelherstellung
und Musikinstrumentenbau. Hochentwickelt sind Textil-, Schuh- und Bekleidungsindustrie. Mailand ist das Zentrum der
Hautecouture, der Banken und des Kommunikationssektors, Triest das der Versicherungen.
| Ferrari-Sportwagen
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Handel und Transport
- Das hochentwickelte Verkehrswesen nutzt das überwiegend elektrifizierte Eisenbahnnetz und ein dichtes Netz von
Straßen und hervorragenden Autobahnen. Durch Flug- und Schiffsverkehr ist Italien mit der Welt verbunden.
Haupthandelspartner sind die Staaten der EU, die Schweiz und die USA. Importiert werden in erster Linie Rohöl,
Fahrzeugteile, Maschinen, chemische Produkte, Holz, Eisen und Stahl. Als Exportschlager sind Maschinen,
landwirtschaftliche Erzeugnisse, Textilien, Lederwaren, Schuhe, Chemikalien und nicht zuletzt Fahrzeuge hervorzuheben.
Tourismus
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 | Rialtobrücke in Venedig
- Außerordentliche Bedeutung für die italienische Wirtschaft hat der Fremdenverkehr. Jahr für Jahr ziehen historische
Stätten, Kulturdenkmäler, malerische Landschaften und natürlich die ausgedehnten Sandstrände Touristen aus allen
Kontinenten, jedoch vorwiegend aus Deutschland an.
| Strand von Cattolica
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Bevölkerung
- 1995 lebten in Italien 57,2 Millionen Einwohner; die jährliche Zuwachsrate beträgt 0,1%, der Verstädterungsgrad 66,6%.
Die am dichtesten besiedelten Landesteile sind die Poebene und der Raum Neapel. Die Bevölkerung besteht zu 98% aus
Italienern; Minderheiten sind Deutsche und Ladiner (Rätoromanen) in Südtirol, in Friaul, also in der Gegend um Triest,
Slowenen, im Aostatal Franzosen sowie in Süditalien und auf Sizilien Albaner. 95% der Bevölkerung bekennen sich zum
Katholizismus, der bis 1984 Staatsreligion war.
Bildungswesen
- In Italien gilt eine achtjährige Schulpflicht. Das Schulsystem gliedert sich in eine fünfstufige Grund- und in
eine dreistufige Mittelschule, deren Abschluss für den Besuch weiterführender Schulen qualifiziert. In Italien gibt
es etwa 50 Universitäten; darunter befinden sich einige der ältesten der Welt, so z. B. Bologna und Padua.
Staatsform
- Nach der Verfassung vom 1.1.1949 ist Italien eine Republik. Die Gesetzgebung erfolgt durch das Parlament, das aus
zwei Kammern besteht: Der Senat ist die Vertretung der Regionen. Er setzt sich aus 315 auf fünf Jahre gewählten
Senatoren, fünf Senatoren auf Lebenszeit und allen ehemaligen Staatspräsidenten zusammen. 630 Volksvertreter bilden
die Abgeordnetenkammer. Auch hier dauert eine Legislaturperiode fünf Jahre. Beide Kammern stellen zusammen die
Legislative dar und wählen auf jeweils sieben Jahre den Staatspräsidenten, der ein Vetorecht bei der Verfassung
innehat und die Regierung ernennt. Amtsinhaber ist seit dem 28.5.1999 der parteilose Carlo Azeglio Ciampi. Obwohl eine
Wahlrechtsreform seit 1993 eine Mischung aus Mehrheits- und Verhältniswahlrecht vorsieht, ist die Parteienlandschaft
überaus weitgefächert. Die daraus resultierende Zersplitterung des Parlaments führt zu häufigen Regierungswechseln -
mit Massimo D'Alema trat am 20.4.2000 bereits die 57. Nachkriegsregierung zurück; Giuliano Amato bildete eine der
zahllosen Übergangsregierungen. Um stabilere Regierungen zu gewährleisten ist die Einführung eines reinen
Mehrheitswahlrechts geplant. Großen Einfluss auf die Politik üben die katholische Kirche und die Gewerkschaften aus.
- Zu kämpfen hat der Staat mit einer hohen Verschuldung, mit Inflation, einer chronisch schwachen Währung, häufigen
Streiks, der organisierten Kriminalität der Mafia und insbesondere einem starken wirtschaftlichen Nord-Süd-Gefälle.
Verwaltungsstruktur
| - Italien ist in 20 Regionen eingeteilt. Fünf davon genießen weitgehende Autonomie:
Sizilien, Sardinien, das Aostatal, Trentino-Südtirol und Friaul-Julisch-Venetien.
- Die Regionen sind wiederum in Provinzen und Gemeinden untergliedert.
| Regionen Italiens
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Statistik der Regionen (Stand 1991)
| Region | Fläche in km2 | Einwohner
| Einw. pro km2 | Hauptstadt
| | Abruzzen | 10 794 1 240 000 115| L'Àquila
| | Aostatal | 3 262 117 000 36| Aosta
| | Apulien | 19 348 3 970 000 205| Bari
| | Basilicata | 9 992 592 000 59| Potenza
| | Emilia-Romagna | 22 123 3 984 000 180| Bologna
| | Friaul-Julisch-Venetien | 7 847 1 216 000 159| Triest
| | Kalabrien | 15 080 2 010 000 133| Catanzaro
| | Kampanien | 13 595 5 626 000 414| Neapel
| | Latium | 17 203 5 146 000 299| Rom
| | Ligurien | 5 416 1 702 000 314| Genua
| | Lombardei | 23 857 8 941 000 375| Mailand
| | Marken | 9 694 1 447 000 149| Ancona
| | Molise | 4 438 321 000 72| Campobasso
| | Piemont | 25 399 4 338 000 171| Turin
| | Sardinien | 24 090 1 645 000 62| Càgliari
| | Sizilien | 25 708 4 990 000 194| Palermo
| | Toskana | 22 992 3 599 000 157| Florenz
| | Trentino-Südtirol | 13 619 935 000 69| Trient
| | Umbrien | 8 458 823 000 97| Perùgia
| | Venetien | 18 364 4 453 000 242| Venedig
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Beispiel für eine Region - das Piemont
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- Im westlichen Oberitalien liegt die Region Piemont, das Land am "Fuße der Berge". Die Fläche umfasst
25 399 km2, die Einwohnerzahl beträgt 4 338 000, Hauptstadt ist Turin.
| Ansicht von Turin
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Geschichte Piemonts
- Seit dem Mittelalter bildete das Piemont das Kernland der Grafen von Savoyen, die 1702 Könige von Sardinien-Piemont
wurden. Da das Herrscherhaus jedoch ursprünglich aus Savoyen stammte, war das Piemont kulturell und politisch stets eng
mit Frankreich verbunden. Dies führte einerseits zu einem weit verbreiteten Gebrauch der französischen Sprache;
gleichzeitig fanden die revolutionären Ideen aus dem fortschrittlichen Nachbarland in der Poebene einen fruchtbaren
Nährboden. Somit ist es kaum verwunderlich, dass das Piemont im 19. Jahrhundert in der italienischen Einheitsbewegung,
dem Risorgimento, eine Vorreiterrolle einnahm. Schließlich stammten auch bedeutende Freiheitskämpfer wie Cavour aus
dieser Region. Als Viktor Emanuel II. von Savoyen 1861 König von Italien wurde, stieg das Piemont zur Kernregion des
jungen Staates auf. Kritiker führen häufig sogar an, das übrige Italien - insbesondere der Mezzogiorno - sei de facto von
Piemont annektiert worden.
Landwirtschaft im Piemont
- Die Oberflächenstruktur des Piemont ist überaus vielfältig. Die Region hat sowohl Anteil an den Alpen als auch an
der Poebene.
- In puncto Weinbau und -erzeugung gehört das Piemont zu den führenden Regionen Europas. In den Hügelgebieten der
Langhen, des Monferrato, der Gegend um Novara und Ivrea entstehen wertvolle Weine, die auf der ganzen Welt geschätzt
werden. So ist z. B. die Stadt Asti bekannt für den Schaumwein Asti Spumante. Gleichzeitig ist Asti ein bedeutender
Handelsplatz für Gemüse und Trüffel. Auch der Obstanbau, insbesondere der Anbau von Äpfeln, Pfirsichen, Erdbeeren und
Kiwifrüchten ist im Piemont sehr ausgeprägt. Im Flachland überwiegt der Reisanbau. In den Provinzen Novara und
Vercelli werden mehr als 50% der inländischen Produktion erzeugt. Auf dem Gebiet der Viehzucht steht das Piemont
landesweit auf Rang zwei.
- Die landwirtschaftliche Nutzfläche beläuft sich insgesamt auf 1 119 000 Hektar; davon sind:
- Saatland
| 579 000 ha
| - Wiesen und Weideland
| 411 000 ha
| - Ständiger Anbau (z. B. Weinberge)
| 110 000 ha
| - (Wälder
| 300 000 ha).
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Arbeitsame Hauptstadt: Turin
- Mit seinen 990 000 Einwohnern ist Turin das Herz der Region Piemont. 1861 bis 1865 war es Hauptstadt von Italien.
Turin ist katholischer Erzbischofssitz und besitzt eine TU sowie die Universität, die 1404 gegründet wurde. Die
Stadtanlage stammt aus römischer Zeit und wurde in ihrem heutigen Erscheinungsbild von Baumeistern des Barock geprägt.
Besonders sehenswert sind die Piazza Castello mit dem imposanten Palazzo Madama, das ehemalige Königsschloss, der
Palazzo Reale, sowie die Kathedrale San Giovanni Battista aus dem 15. Jahrhundert. Turin ist reich an Museen, die der
Kunst aller Epochen, Waffen, der Artillerie, dem Film und dem Auto gewidmet sind; das Museo Egizio ist nach dem
British Museum in London die zweitgrößte ägyptische Sammlung der Welt.
- Mitte des 19. Jahrhunderts begann der industrielle Aufschwung; besonders eine der vielen Fabriken erlangte große
Berühmtheit: Die 1899 gegründeten Fiatwerke beschäftigen in und um Turin heute mehr als 100 000 Menschen. Fiat steht
übrigens für Fabbrica Italiane Automobili Torino. In Turin sind außerdem Textil-, Leder-, chemische und
Stahlindustrien beheimatet. Erwähnenswert ist zudem die Wermutherstellung.
| - Avantgardistische Einkaufszentren wie die Piazza San Carlo machen die Stadt zu
einer attraktiven Einkaufsmetropole.
| Einkaufszentrum an der Piazza San Carlo
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Wirtschaft im übrigen Piemont
- Durch die Textil- und Wollwarenindustrie ist Biella im Ausland bekannt geworden. In Piemont sind Tausende von
Handwerksbetrieben tätig, die lokale Traditionen fortführen. So ist Valenza Po ein Zentrum der Goldschmiedekunst,
während das Sesiatal sich für seine Spitzen einen Namen gemacht hat und Castellamonte Keramik von Weltruf herstellt.
In den Alpentälern werden wertvolle Holzmöbel mit Goldverzierungen - größtenteils von Hand - hergestellt. In Piemont
werden außerdem Musikinstrumente gefertigt. Alessàndria ist Messestandort; in Cùneo ist die Seidenraupenzucht
beheimatet.
- In Ivrea gründete Camillo Olivetti 1908 den Olivetti-Konzern, der heute vor allem elektronische Rechenanlagen
herstellt und auf dem Telekommunikationssektor vertreten ist. Die Firma wurde rasch zu einem der größten Unternehmen
Italiens mit beispielhaft großzügiger Lohn- und Sozialpolitik.
- Neben Turin locken auch Wintersportorte wie Sestriere und der Lago Maggiore Touristen an.
Die Region Piemont ist typisch für die gesamte Poebene!
Daten zur Geschichte Italiens
| 753 v. Chr. | Gründung der Stadt Rom
| | 509/11 | Rom wird Republik
| | 218-11 | 2. Punischer Krieg; Sieg über Hannibal; in der Folge Aufstieg zur
Großmacht
| | 133 - 31 | Bürgerkriege
| | 44 | Ermordung Cäsars
| | 31 v. Chr. | Gründung des Kaiserreichs durch Augustus
| | 476 n. Chr. | Untergang des Weström. Reichs
| | 493 - 553 | Ostgotenreich in Italien
| | 568 - 774 | Langobardenreich
| | 754 | Begründung des Kirchenstaats
| | 774 | Eroberung Oberitaliens durch Karl den Großen
| | 9. Jhdt. | Eroberung Siziliens und Kalabriens durch die Araber
| | 11. Jhdt. | Normannische Reichsgründungen in Süditalien und auf Sizilien
| | 1194 | Errichtung eines gut entwickelten Staatswesens auf Sizilien und in
Neapel durch Friedrich II.
| | Ab 1265 | Französische Vorherrschaft in Unteritalien;
Aufstieg unabhängiger Stadtstaaten, z. B. Mailand, Florenz, Modena;
Venedig und Genua wichtigste Seemächte im Mittelmeer
| | 16. Jhdt. | Sieg Habsburgs über Frankreich; Beginn der spanischen Vorherrschaft
in Italien
| | 1713 | Friede von Utrecht; Beginn der österreichischen Vorherrschaft
| | 1796 | Einmarsch französischer Revolutionstruppen; Errichtung von Republiken
in Italien
| | 1805 | Napoleon König von Italien
| | 1815 | Restauration der vorrevolutionären Herrschaftsverhältnisse
| | 1848/9 | Niederschlagung von Aufständen durch Österreich
| | 1859 | Sieg Sardinien-Piemonts und Frankreichs über Österreich, das die
Lombardei abtreten muss;
Einigung Italiens durch Conte Camillo Benso di Cavour auf der Basis
von Volksabstimmungen und mit Hilfe der Freischaren Giuseppe
Garibaldis
| | 1861 | Victor Emmanuel von Piemont-Sardinien König von Italien
| | 1871 | Beseitigung des Kirchenstaats; Rom Hauptstadt; Abschluss der Freiheits-
und Einheitsbewegung (Risorgimento)
| | 1882 | Dreibund mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn
| | 1915/6 | Kriegserklärung an Deutschland und Österreich
| | 1919 | Südtirol zu Italien
| | 1922 | Beginn der faschistischen Herrschaft Benito Mussolinis
| | 1936 | Überfall auf Äthiopien
| | 1939 | Annexion Albaniens
| | 1940 | Kriegserklärung an Frankreich; Angriff auf Griechenland
| | 1943 | Sturz Mussolinis; Waffenstillstand mit den Alliierten;
Kriegserklärung an Deutschland
| | 1946 | Republik
| | 1947 | Verlust von Rhodos, des Dodekanes (an Griechenland), Istriens
(an Jugoslawien) und aller Kolonien
| | 1957 | Unterzeichnung der Römischen Verträge
| | 1992/3 | Aufdeckung von Korruptionsaffären gewaltigen Ausmaßes
| | 1999 | Carlo Azeglio Ciampi Staatspräsident
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Kultur
Italienische Kunst
- Die italienische Kunst entwickelte sich auf der Grundlage des spätantiken Erbes und der byzantinischen Kunst nur
langsam zu nationaler Eigenart. Italien trug zur Ausbildung der Romanik auch in wesentlich geringerem Umfang
bei als der Raum nördlich der Alpen, obwohl auch in dieser Zeit großartige Bauten wie der Dom zu Pisa mit dem schiefen
Glockenturm entstanden.
- In der Gotik vollzogen sich in der italienischen Kunst grundlegende Umwandlungen. Wichtigste Vertreter sind
der Bildhauer und Baumeister Giovanni Pisano (1250 - 1314) und der Maler Giotto di Bondone
(1266 - 1337), von dem u. a. die weltberühmten Fresken in der Doppelkirche von Assisi
stammen, die 1997 bei einem Erdbeben stark beschädigt wurde.
- Im 15. Jahrhundert kam es in Italien zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Gotik. Gleichzeitig wuchs das
Interesse an der Antike. Beide Faktoren führten zur Entwicklung der Renaissance, die um 1500 ihren Höhepunkt
erreichte und Italien nunmehr zur führenden Kunstmacht Europas werden ließ - auch Albrecht Dürer reiste 1494/5 und
1505/6 nach Italien.
| - Bedeutende Baumeister waren in erster Linie Filippo Brunelleschi (1377 - 1446)
, der z. B. die Kuppel des Doms von Florenz entwarf und die zentralperspektivische Raumkonstruktion entdeckte,
aber auch Michelozzo di Bartolommeo (1396 - 1472) , der ebenfalls in Florenz wirkte.
| Der Dom von Florenz
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- Auf dem Gebiet der Bildhauerei sind Donatello (1382 -1466), Luca della Robbia
(1400 - 1482) und Andrea del Verrocchio (1435 - 1488) zu nennen. Berühmte Maler waren
Masaccio (1401 - 1429), der in der Toskana wirkte, Piero della Francesca (1415 - 1492)
und in Mantua Andrea Mantegna (1431 - 1506). Die Familie der Bellinis führte die venezianische Malerei
zur Hochblüte. Förderlich war, dass die einzelnen Landschaften miteinander wetteiferten.
| - Die führenden Meister der Hochrenaissance waren der Universalgelehrte Leonardo da Vinci
(1452 -1519) - von ihm stammen u. a. das Abendmahl in Mailand und die Mona Lisa im Pariser Louvre - und
Michelangelo (1475 - 1564), der die Sixtinische Kapelle im Vatikan ausmalte. Keinesfalls hinter diesen
beiden Meistern verstecken müssen sich Bramante (1444 - 1514) mit Bauten in Rom und Mailand, der Bauleiter
am Petersdom, Raffael (1483 - 1520), der Venezianer Giorgione (1478 - 1510) sowie Tizian
(1488 - 1576) und Andrea Palladio (1508 - 1580).
| Der Petersdom in Rom
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- Auch der Barock hat in Italien seine eigene Prägung erfahren: Giacomo da Vignola (1507 - 1573)
gilt als wichtigster Vertreter der Jesuitenbaukunst; Francesco Borromini (1599 - 1667) war ein eigenwilliger
Architekt des Hochbarocks; Carlo Maderna (1556 - 1629) erweiterte den Petersdom. In Venedig schuf Tintoretto
(1518 - 1594) ausdrucksstarke Gemälde mit raffinierter Lichtwirkung; ebenfalls hervorzuheben sind die
Malerfamilie Carracci aus Bologna und die religiösen und mythologischen Bilder Guido Renis (1575 - 1642).
Auch außerhalb seiner Heimatstadt Venedig von Bedeutung ist der Rokokomaler Giovanni Battista Tiepolo (1696 - 1770)
, dessen Hauptwerk nördlich der Alpen das Treppenhaus der Würzburger Residenz darstellt. Das Rokoko blieb
jedoch nur Episode. Wichtig sind hier lediglich die Maler Canaletto (1697 -1768) und Francesco Guardi
(1712 - 1793).
- Schon früh zeichnete sich in Italien mit dem Bildhauer Antonio Canova (1757 - 1822) der
Klassizismus ab.
- Ab 1909 versuchten Vertreter des Futurismus den zeitlichen Ablauf der Dinge durch die Wiedergabe simultaner,
dynamischer Bewegungen darzustellen; Giorgio De Chirico (1888 -1978) etablierte die pittura
metafisica; weitere Vertreter waren Giorgio Morandi (1890 - 1964) sowie Carlo Carrà
(1881 - 1966). Moderne Bildhauer sind Mariano Marini (1901 - 1980), dessen Hauptthemen Pferd
und Reiter und der weibliche Akt waren, und Giacomo Manzù (1908 - 1991), der figürliche Bronzeplastiken
schuf. Die Transavanguardia der 70er Jahre zeichnete sich durch eine subjektive Bildsprache voller poetischer
Zeichen und historischer Zitate aus. Auf dem Gebiet der Architektur schuf Pier Luigi Nervi (1891 - 1979)
bedeutende Stahlbetonkonstruktionen.
Italienische Literatur
- Die italienische Sprache entwickelte sich aus lateinischen Volksmundarten. Weltweit sprechen 66 Millionen Menschen
Italienisch; außerhalb Italiens ist es Amtssprache im Tessin und in Teilen Graubündens. Italienische Dialekte finden sich
in Slowenien, Kroatien und auf Korsika.
- Die italienische Literatur setzt später ein als in den meisten anderen romanischen Ländern, da der Gebrauch des Lateins
länger lebendig blieb. Die erste Dichtung entstand am Hofe Friedrichs II. in Palermo; gleichzeitig lieferte der
"Sonnengesang" Franz von Assisis (1181 - 1226) einen ersten Ansatz religiöser Volksdichtung.
- Im 14. Jahrhundert erreichte die italienische Literatur bereits ihren ersten Höhepunkt mit dem Dreigestirn: Dante
Allegheri (1265 - 1321) schuf die "Göttliche Komödie", Francesco Petrarca (1304 - 1374) war
Wegbereiter des Humanismus und jahrhundertelang Richtschnur für die europäische Dichtung und Giovanni Boccaccio
(1313 - 1375) schuf mit seinem "Decamerone" die Novellenform.
- Der Humanismus führte im 15. und 16. Jahrhundert dann zur zweiten Blütezeit. Von Rang sind hier die Ritterepen
Ludovico Ariostos (1474 - 1533) und Torquato Tassos (1544 - 1595). In derselben Epoche
anzusiedeln sind die politisch-philosophischen Werke Leonardo da Vincis und Niccolò Machiavellis
(1469 - 1527), der in seinem Werk "Il principe" die politische Auffassung des Machiavellismus formulierte.
Bedeutende philosophische Abhandlungen wurden auch von Giordano Bruno (1548 - 1600) verfasst. Der
süditalienische Mönch Tommaso Campanella (1568 - 1639) schilderte im "Sonnenstaat" einen
christlich-kommunistischen Staat.
- Das Schäferspiel und die Stegreifkomödie (Commedia dell'arte) wurden in ganz Europa nachgeahmt.
- Seit Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte ein neuerlicher Aufstieg: Carlo Goldoni (1707 - 1793)
entwickelte die italienische Charakter- und Sittenkomödie, Carlo Conte Gozzi (1720 - 1806) schrieb
Märchenspiele und Vittorio Conte Alfieri (1749 - 1803) Tragödien.
Zwischen Klassik und Romantik steht Ugo Foscolo (1778 - 1827).
- Die italienische Literatur der romantischen Zeit trug wesentlich zur Einigung Italiens bei. Große Namen sind hier
Alessandro Manzoni (1785 - 1873) sowie Giacomo Conte Leopardi (1798 - 1837).
- In der neueren Zeit ragen der Literaturnobelpreisträger Giosuè Carducci (1835 - 1907) mit seinen Oden
auf Italien und die Antike und Ada Negri (1870 - 1945) mit ihrer religiösen und sozialen Lyrik hervor.
Giovanni Verga schilderte in "Die Malavoglias" die sizilianischen Bauern. Gabriele D'Annunzio (1863 - 1938)
stellte seine Werke in den Dienst des Patriotismus und ist als Sympathisant Mussolinis umstritten. Grazia Deledda
(1871 - 1936) widmete sich in ihren Werken ihrer Heimat Sizilien und wurde ebenfalls mit dem Nobelpreis
ausgezeichnet. Ein weiterer italienischer Literaturnobelpreisträger ist Luigi Pirandello (1867 - 1936). Den
Futurismus begründete Emilio Filippo Tommaso Marinetti (1876 - 1944). Ein wichtiger Philosoph war Benedetto
Croce (1866 - 1952).
- Autoren der Gegenwart sind der Nobelpreisträger Salvatore Quasimodo (1901 - 1968), der sozialkritische
Schriftsteller Ignazio Silone (1900 - 1978), Cesare Pavese (1908 - 1950), Alberto Moravia
(1907 - 1990) und Dino Buzzatti (1906 - 1972). Italo Calvinos (1923 - 1985)
Erzählungen sind antifaschistisch geprägt. Giovanni Tomasi di Lampedusas (1896 - 1957) einziger Roman "Der
Leopard" beschreibt den Niedergang einer sizilianischen Adelsfamilie. Einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte Natalia
Ginzburg (1916 - 1991). Umberto Ecos (*1932) bedeutendster Roman ist "Im Namen der Rose".
Weitere Nobelpreisträger sind Eugenio Montale (1896 - 1981) sowie Dario Fo (*1926).
Gymnasium Neutraubling - Studientag der Klassen 11a und 11c
| Christian Nebl - 9.5.2000 | |