Waferherstellung

 

Inhaltsverzeichnis

1 Spezifischer Widerstand

1.1 Physikalische Grundlagen

1.2  Beweglichkeit m

1.3  Theorie des Ladungstransportes

2 Messung des spezifischen Widerstandes

2.1 Messung an einem Einkristallstab

2.2 Messung am Wafer

3 Schichtwiderstand

4 Verfahren zur Waferherstellung

4.1 Herstellung von Rohsilizium

4.2 Herstellung von Polysilizium

4.3 Herstellung von Einkristallen

4.3.1 Tiegel-Verfahren nach Czochralsky (CZ-Verfahren)

4.3.2 Tiegelfreies Zonenziehen (FZ-Verfahren)

4.4 Weiterverarbeitung zu Wafern

5 Gitterfehler

5.1 Punktförmige Gitterfehler

5.2 Linienförmige Gitterfehler

5.3 Flächenförmige Gitterfehler

6 Untersuchung von Gitterfehlern

6.1 Bragg-Reflexion

6.2 Röntentopogramm

7 Verunreinigungen

7.1 Kohlenstoff

7.2 Sauerstoff

8 Aufgaben

8.1 Beweglichkeit

8.2 Schichtwiderstand

8.3 CZ-Verfahren

 


 

1 Spezifischer Widerstand

1.1 Physikalische Grundlagen

Variert man bei konstanter Spannung U die Länge I und den Querschnitt A eines drahtförmigen Leiters, so sind die gemessenen Ströme proportional zum Querschnitt A und umgekehrt proportional zur Drahtlänge l. Für den elektrischen Widerstand einer Leiters mit der Länge l und dem Querschnitt A gilt:

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1.2  Beweglichkeit m

Die Beweglichkeit gibt an, welche mittlere Driftgeschwindigkeit die Ladungsträger im elektrischen Feld erreichen.

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1.3  Theorie des Ladungstransportes

Die Driftgeschwindigkeit hat für alle Leitungselektronen die gleiche Richtung, nähmlich die Richtung von -E, und führt daher zu einem Strom. Jedes Elektron verliert seine Driftgeschwingigkeit bei jedem Stoß. Anhand der mittleren Driftgeschwindigkeit und der mittleren freien Weglänge läßt sich die mittlere Stoßzeit definieren.

Aus diesem Beziehungen erhält man für den spezifischen Widerstand:

 

 

Die Veränderung der Kurve im Bereich von 1019cm-3-1018cm-3 ist auf die Beweglichkeit zurückzuführen. Aus den Beziehungen Beweglichkeit und Ladungsträgertransport ergibt sich für den spezifischen Widerstand:

wpe1.jpg (3538 Byte)

Somit erhält man für die Leitungstypen:

wpe2.jpg (11622 Byte)

 

Wenn man nach ND auflöst (entsprechend für NA) ergibt sich:

 

wpe3.jpg (3887 Byte)

 

Aus dieser Gleichung ergibt sich folgendes Diagramm:

 

Dieses Ergebnis erhält man nur, wenn man die Beweglichkeit m als konstant betrachtet. In Wirklichkeit ist die Beweglichtkeit eine Funktion der Temperatur und der Ladungsträgerdichte:

 

 

Bei Raumtemperatur sieht das m-N-Diagramm folgendermaßen aus:

 

 

Aus diesem Zusammenhang ergeben sich folgende Konsequenzen:

 

Über die Leitfähigkeit und den Halleffekt können die Parameter Dotierung ND,A und die Beweglichkeit µ bestimmt werden.

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2 Messung des spezifischen Widerstandes

2.1 Messung an einem Einkristallstab

Der spezifische Widerstand einer stromdurchflossenen stabförmigen Probe läßt sich aus dem Spannungsabfall U, dem Strom I, der Länge s und der Querschnittsfläche A ermitteln.

Man verwendet dabei zwei spitze Sonden, die vorsichtig auf die Probe gedrückt werden. Sind beide Sonden von den Enden der Probe ausreichend weit entfernt, kann man von einer homogenen Stromverteilung im Inneren ausgehen.

Die Messung der Potentialdifferenz zwischen den beiden Sonden erfolgt möglichst stromlos, um den Einfluß der Übergangswiderstände zwischen Sonde und Kristall auszuschalten: entweder mit einem extrem hochohmigen Voltmeter oder einer auf Null abgeglichenen Brückenschaltung.

An der dargestellten Meßvorrichtung gelten folgende Beziehungen:

Stromdichte:

elektrische Leitfähigkeit:

Ohmsches Gesetz : elektrische Feldstärke:

Daraus ergibt sich für den Leitfähigkeit k :

Der spezifische Widerstand ist der Kehrwert der Leitfähigkeit. Somit erhält man für den spezifischen Widerstand:

Mißt man mit dieser 2-Sonden-Methode die Widerstandsverteilung eines Einkristalls entlang der Kristallachse so erhält man nachfolgendes Diagramm.

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2.2 Messung am Wafer

Grundsätzlich ist es natürlich möglich, neben den Potentialsonden auch die beiden Stromkontakte durch aufgesetzte Spitzen herzustellen. Besonders praktisch wird diese "4-Spitzen-Methode" dann, wenn alle vier Kontakte auf einer Geraden angeordnet sind. Durch Aufsetzen auf eine beliebig Ebene Kristallfläche - wobei jede Spitzte durch eine Feder leicht angedrückt wird - läßt sich die Leitfähigkeit bzw. der spezifische Widerstand leicht bestimmen. dabei wird an die Meßspitzen 1 und 4 ein konstanter Strom angelegt und an den Meßspitzen 2 und 3 hochohmig die Spannung gemessen. Durch die hochohmige Spannungsmessung (typisch 108 W) wird der Einfluß von RK möglichst gering gehalten.

Die Gleichnungen der 2-Sonde-Methode sind hier nicht mehr anwendbar, da die Geometrie der Probe nicht der eines Stabes entspricht. Es besteht aber ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem durch die beiden äußeren Kontakte fließenden Strom I, der Spannung (Potentialdifferenz) U zwischen den Beiden inneren Kontakten und dem spezifischen Widerstand r.

Um eine eindeutigen Zusammenhang zu erhalten, müssen die Abmessung der untersuchenden Probe gegenüber dem - jeweils gleichen - Kontaktabstand s unterschieden werden.Dabei gilt für den spezifichen Widerstand r:

Da A nicht exakt angegeben werden kann ist eine Näherung nötig.

Näherung für eine unendlich dicke Probe

Der Wert von hängt vom Potential bzw. der Stromdichteverteilung ab.

Aus dieser Abhängigkeit ergibt sich für den spezifischen Widerstand:

 

Näherung für dünne Wafer

Bedingung:

Diese Bedingung wird für 4’’-Wader (D=100 mm, d=500 µm) durch eine Meßspitzenabstand von s=1,5 mm erfüllt.

In diesem Fall gilt für den spezifischen Widerstand die 2-dimensionale Näherung:

 

Diese Gleichung gilt auch für leitende Schichten (z. B. Polysilizium), für d wird die Schichtdicke eingesetzt.

Weiterhin sind umdotierte Si-Bereiche meßbarbar. Dabei wird der mittlere spezifische Widerstand ermittelt.

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3 Schichtwiderstand

Der Schichtwiderstand wird benutzt bei leitenden (abgeschiedenen) Schichten oder bei Diffusionsgebieten.

Der Schichtwiderstand wird aus dem spezifischen Widerstand abgeleitet.

 

Definition der Schichtwiderstandes:

 

Beim Schichtwiderstand spielt es keine Rolle ob es sich um m² oder um mm² handelt. Der Wert bleibt für den jeweiligen Stoff immer gleich.

Jedes quadratische Schichtstück (unabhängig von der Kantenlänge) hat den gleichen Widerstand R. Bei bekanntem Schichtwiderstand läßt sich somit der Widerstand einer Struktur einfach durch Multiplikation mit den l/b-Verhältnis angeben.

Anwendung des Schichtwiderstandes auf die 4 - Spitzenmessung:

 

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4 Verfahren zur Waferherstellung

4.1 Herstellung von Rohsilizium

Silizium ist reichlich vorhanden: Die Erdkruste besteht zu etwa einem Fünftel aus Silizium, das allerdings nicht elementar, sondern in Verbindungen wie Silikaten, vor allem als Quarz (SiO2) vorkommt.

Elementares Silizium wird aus Quarz durch Reduktion mit Kohlenstoff in elektrischen Öfen gewonnen, die wenig oberhalb des Schmelzpunktes von Si
(1686 K) betrieben werden.

Dabei läuft folgende Reaktion ab:

         

Das flüssige Si läßt sich leicht vom gasförmigen Kohlenmonoxid trennen. Dieses Rohsilizium ist naturgemäß stark verunreinigt und enthält noch ca. 2% bis 4% Fremdstoffe. Daher muß sich eine Reihe von Reinigungsprozessen anschließen.

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4.2 Herstellung von Polysilizium

Man überführt zunächst das Rohsilizium in eine Chlor-Wasserstoff-Verbindung (Trichlorsilan, SiHCl3), die bei Temperaturen oberhalb 305 K flüssig ist:

Dabei gehen die Verunreinigungen - hauptsächlich Bor und Phosphor - Verbindungen ein, die durch fraktionierte Destillation abgetrennt werden können.

Im Trichlorsilanprozeß wird aus dem so gereinigten SiHCl3 das Silizium zurückgewonnen.

Ein Gasgemisch aus Trichlorsilan und Wasserstoff wird in eine Quarzglocke eingeleitet, in der eine "Brücke" aus dünnen Si-Stäben angebracht ist. Diese Seelen werden elektrisch auf ca. 1200 °C aufgeheizt. Bei dieser Temperatur zersetzt sich das Trichlorsilan und reagiert mit dem Wasserstoff zu Silizium und Chlorwasserstoff:

Das elementare Si schlägt sich dabei in polykristalliner Form auf den Si-Seelen nieder, die dadurch auf Durchmesser bis zu 10 cm anwachsen. Das so gewonnene Material hat eine Reinheit von besser als 99,9999%.

 

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4.3 Herstellung von Einkristallen

4.3.1 Tiegel-Verfahren nach Czochralsky (CZ-Verfahren)

 

 

Der Vorrat an gereinigtem Ausgangsmaterial befindet sich in einem Tiegel aus Graphit oder Quarz und wird durch Hochfrequenz- bzw. Widerstandsheizung zum Schmelzen gebracht.

An einem drehbar gelagertem Stab, der von oben bis an die Oberfläche der Flüssigkeit herangeführt werden kann befindet sich der Keim (Impfkristall). Liegt die Tiegeltemperatur nur wenig über dem Schmelzpunkt des Materials und ist die Wärmeableitung durch den Haltestab ausreichend groß, wird die Schmelze am Ort des eingetauchten Keims unterkühlt. Der Keim beginnt zu wachsen. Man zieht ihn nun langsam nach oben, ohne daß der Kontakt mit der Schmelze dabei unterbrochen wird. So entsteht ein stabförmiger Einkristall, dessen Durchmesser wesentlich durch die Ziehgeschwindigkeit bestimmt wird. Sie liegt in der Regel zwischen 0,3 - 0,6 cm/h, wobei der Kristall um so dünner ausfällt, je schneller gezogen wird. Einkristalle mit Durchmesser bis zu 10’’ sind auf diese Weise herstellbar.

Um weitgehend fehlerfreie Kristalle zu erhalten, muß für eine möglichst gleichmäßige Temperatur innerhalb der Wachstumszone gesorgt werden. Man läßt daher den Kristall während des Ziehvorgangs um seine Längsachse rotieren
(0,3 - 1,6 s-1). Häufig rotiert auch der Tiegel gegensinnig.

Vorteile:

Nachteil:

Mit diesem Verfahren lassen sich auch dotierte Einkristalle herstellen, indem der Dotierstoff zu der Schmelze gegeben wird. Eine gleichmäßige Dotierung über die ganze Länge des Kristalls ist so allerdings nicht möglich, da der Dotierstoff nach Maßgabe des Verteilungskoeffizienten in das Gitter eingelagert wird.

Definition des Verteilungskoeffizienten:

cf ist die Sättigungskonzentration(Löslichkeit) eines Stoffes in einer festen Substanz, cs die Löslichkeit des gleichen Stoffes in der gleichen Substanz, wenn diese geschmolzen ist. In der Regel ist k < 1, d. h. cs > cf

 

Fremdstoff

Silizium

Germanium

Antimon

0,023

0,003

Arsen

0,3

0,02

Bor

0,8

17

Phosphor

0,35

0,08

Tabelle 3.1: Verteilungskoeffizienten einiger Dotierstoffe

Die Dotierstoffkonzentration im Stab und in der Schmelze sind beim CZ-Verfahren unterschiedlich. Somit gilt für die Konzentration des Dotierstoffs im Einkristalls beim CZ-Verfahren:

Das bedeutet, daß die Dotierstoffkonzentration mit wachsendem g ansteigt. Der spezifische Widerstand r sinkt entlang des Stabes vom Impfkristall weg.

 

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4.3.2 Tiegelfreies Zonenziehen (FZ-Verfahren)

Beim FZ-Verfahren bzw. Zonenziehen wird ein gereinigter polykristalliner Si-Stab vertikal so gelagert, daß sein unteres Ende den Impfling fast berührt. Beim Schmelzen diese Endes mit einer Induktionsspule wölbt sich die Flüssigkeitsoberfläche etwas nach unten und benetzt den Keim, der zu wachsen beginnt, sobald sich die Heizspule langsam nach oben bewegt (etwa 10 - 20 cm pro Stunde). Wie beim Tiegelziehen läßt man auch beim Zonenziehen Keim und entstehenden Kristall um ihre Längsachse rotieren, um eine gleichmäßige Temperaturverteilung in der Wachstumszone zu gewährleisten.

 

 

Vorteile:

Nachteile:

Wünscht man eine Dotierung des Kristalls, kann der Dotierstoff als gasförmige Verbindung dem Schutzgas beigemischt werden. So kann z. B. für eine Dotierung mit Phosphor Phosphin (PH3) verwendet werden. Im Bereich der Schmelzzone zersetzt sich Phosphin infolge der hohen Temperatur in Phosphor und Wasserstoff, wobei sich der Phosphor in der Schmelze löst. Für die Konzentration des Dotierstoffs im Einkristalls beim FZ-Verfahren gilt:

 

 

 

 

 

Das bedeutet, daß die Dotierstoffkonzentration entlang des Stabes deutlich homogener ist als beim CZ-Verfahren.

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4.4 Weiterverarbeitung zu Wafern

Die Bearbeitung der Si-Stäbe zu Wafern erfolgt in den folgenden Schritten:

Beim Schleifen und Schneiden muß geschmiert, gekühlt und der Siliziumabtrieb entfernt werden. Hierzu geeignete wässrige Flüssigkeiten enthalten als Haupbestandteil anionische oder kationische Tenside und oxidationshemmende Amine als Korrosionsschutz. Nach dem Abtrennen vom Stab werden die Siliziumscheiben geläppt, d. h. zwischen parallel gegeneinander rotierenden Stahlplatten mit einem ungebundenen Schleifmittel geschliffen. Als Schleifmittel wird Korund oder Siliziumkarbid verwendet. Nach Abätzen einer Oberflächenschicht mit Laugen oder Salpetersäure-Flußsäure-Gemische, wobei auch die Kanten verundet werden, werden diese Siliziumscheiben auf einer Seite poliert. Diese Politur darf das atomare Kristallgefüge nicht verletzeb, soll aber auf wenige tausendstel Millimeter ebene Oberflächen ergeben. Man kombiniert daher vorwiegend chemischen Abgriff durch Laugen mit einem sehr schonenden mechanischen Abtrag.

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5 Gitterfehler

Bei der Vielzahl der Atome, aus denen ein realer Kristall besteht, kann man sich kaum vorstellen, daß ausnahmslos jeder Gitterbaustein den durch die Kristallstruktur vorgeschriebenen Platz einnimmt. In der Tat ist es nicht möglich, einen solchen idealen Einkristall herzustellen. Vielmehr wird es stets mehr oder weniger viele Abweichungen von regulären Kristall geben, die man Gitterfehler nennt. Die Anzahl der Gitterfehler bestimmt die Qualität des Einkristalls.

5.1 Punktförmige Gitterfehler

 

Der einfachste Fehler dieser Art ist die Leerstelle. Sie entsteht, wenn bei der Bildung des Kristalls ein Gitterplatz unbesetzt bleibt. Aber auch durch spätere Einwirkungen, z. B. übermäßige Erwärmung oder Bestrahlung mit hochenergetischen Teilchen, können einzelne Atome eine so hohe Energie erhalten, daß sie die Bindungskräfte überwinden und an die Kristalloberfläche gelangen. In diesem Fall spricht man von Schottky-Defekt

Für die Anzahl der Leerstellen im thermodynamischen Gleichgewicht gilt:

Verläßt ein Atom seine Gitterplatz und gelangt nicht an die Kristalloberfläche sondern besetzt einen Zwischengitterplatz so spricht man von einer Frenkel-Fehlordnung.

Für die Anzahl der Zwischengitteratome gilt:

 

Frenkel-Fehlordungen sind immer an die Entstehung einer Leerstelle gebunden. Darüber hinaus kommt es auch zu Zwischengitteratomen, die im Kristall keine Leerstelle erzeugen. Auch diese gehören zu den punktförmigen Gitterfehlern.

Schließlich gehören auch Fremdatome, z. B. Bor- oder Arsenatome in einem Siliziumkristall, zu den Gitterdefekten, obwohl verunreinigende Fremdatome durchaus erwünscht und sogar beabsichtigt sein können (Dotierung). Bei dieser Art von Störstellen unterscheidet man zwischen substitutionellem und interstitionellem Einbau. Im ersten Fall nehmen die Fremdatome reguläre Gitterplätze ein, im anderen Fall befinden sie sich auf Zwischengitterplätzen.

 

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5.2 Linienförmige Gitterfehler

Linienförmige Gitterfehler entstehen, wenn nicht nur einzelne Gitterplätze unbesetzt sind, sondern ein zusammenhängender Teil einer Netzebene. Die beiden benachbarten Netzebenen rücken etwas näher zusammen, bis der reguläre Netzebenen-Abstand wieder hergestellt ist. An der Oberfläche des Kristalls müßte sich eine solche Versetzung von Netzebenen durch eine - wenn auch unmeßbar kleine - Stufe bemerkbar machen. Es ist daher naheliegend, in diesem Fall von einer Stufenversetzung zu sprechen.

Ein weiterer linienförmiger Gitterfehler ist die Schraubenversetzung. Könnte man auf einer Netzebene um die Versetzungslinie herumwandern, so würde man eine Atomlage über oder unter dem Ausgangspunkt zu diesem zurückkehren.

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5.3 Flächenförmige Gitterfehler

Die Grenzflächen zwischen den Kristalliten eines Polykristalls werden als Korngrenzen bezeichnet. Treten Gitterfehler dieser Art auf, kann man im Grunde nicht mehr von einem Einkristall sprechen. Wohl aber können Kleinwinkelkorngrößen zwischen Kristallbereichen, deren Hauptebenen nur um wenige Winkelgrade gegeneinander geneigt sind, die Qualität eines Monokristalls herabsetzen.

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6 Untersuchung von Gitterfehlern

6.1 Bragg-Reflexion

Die Wellenlänge l von Röntgenstrahlen liegt bekanntlich zwischen 10-12 und 10-8 m. In den gleichen Bereich fallen aber auch die Durchmesser der Atome und die Gitterkonstanten von Kristallen.

Da eine Welle immer dann an einem Hindernis gebeugt wird , wenn dessen geometrische Abmessungen mit der Wellenlänge vergleichbar sind, wird die Energie einer Röntgenlichtwelle von Atomen in alle Richtungen des Raumes gestreut. Dabei treten interessante Effekte auf, wenn die steuenden Atome zu einem Kristallverband gehören, also räumlich periodisch angeordnet sind.

W. L. Bragg gab eine einfache Erklärung für die von einem Kristall gebeugten Strahlen. Stellt man sich vor, daß die einfallenden Strahlen an den parallelen Atomebenen in einem Kristall gespiegelt werden (d. h. Einfallswinkel = Ausfallswinkel), wobei jedoch jede Ebene nur einen geringen Bruchteil der Strahlung reflektiert, wie ein schwach versilberter Spiegel. Gebeugte Strahlen findet man dann nur in den Richtungen, in denen die an parallelen Atomebenen reflektierten Strahlen konstruktiv interferieren.

Betrachtet man eine Schar paralleler Netzebenen, deren gegenseitiger Abstand gleich d ist. Die Richtung der einfallenden Strahlung liegt in der Zeichenebene. Der Wegunterschied zwischen Strahlen, die von aufeinanderfolgenden Ebenen reflektiert werden, ist , wobei a der Winkel zwischen Einfallsrichtung und Netzebene ist. Konstruktive Interferenz der von benachbarten Ebenen reflektierten Strahlung tritt immer dann auf, wenn der Wegunterschied ein ganzes Vielfaches n der Wellenlänge l ist.

 

Dies ist die Bragg-Bedingung. Braggreflexion kann nur für die Wellenlängen auftreten.

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6.2 Röntentopogramm

Beim Röntentopogramm tastet ein spaltförmiger Röntgenstrahl den Wafer ab. Die an den Netzebenen reflektierten Strahlen treffen auf einem Film, der synchron mit dem Röntenstehl bewegt wird, auf. Dadurch lassen sich Kristalldefekte sichtbar machen. Dieses Verfahren hat aber den Nachteil, daß hohe Defektdichten nicht ausgelöst werden. Die maximale Auflösung ist 1 µm.

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7 Verunreinigungen

Beim CZ-Si werden erhebliche Mengen an Sauerstoff und Kohlenstoff eingebaut.

7.1 Kohlenstoff

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7.2 Sauerstoff

Die Si-Schmelze greift den Quarztiegel an.

Der größte Teil des SiO dampft von der Oberfläche ab, aber ein gewisser Teil wird im Kristall eingebaut


Die Konzentration ist über den Durchmesser und die Länge des Stabes inhomogen.

Bei der Siliziumerstarrungstemperatur (1412°C), bei der der Sauerstoff ins Silizium eingebaut wird, ist die Löslichkeit des Sauerstoffs im Silizium wesentlich höher ()als bei den nachfolgenden Prozeßtemperaturen(z.B. ca. bei 1000°C).

Beim Abkühlen tendiert deshalb der Sauerstoff dazu, sich an geeigneten Kondensationskeimen auszuscheiden (räumliche Agglomerate, wie Tröpfchenbildung bei Kondensation). Diese Keime sind nun aber im einkristallinen Silizium nicht ohne weiters vorhanden, so daß bei Siliziumscheiben im Anlieferungszustand der Sauerstoff zum großen Teil in gelöster Form, d. h. auf Zwischengitterplätzen sitzend, vorliegt.

Der Sauerstoff besitzt sowohl positive wie auch negative Auswirkungen, die abhängig von der Prozeßfolge sind.

 

negative Auswirkungen

 

positive Auswirkungen

 

Spezielle Prozeßvarianten: Erzeugung einer Dunuded Zone (DZ)

Durch eine geeignete Vorbehandlung des Siliziumscheiben ist es möglich, die an sich ungünstigen Auswirkungen des Sauerstoffs im Silizium in einen günstigen Effekt umzukehren. Dieser Prozeß wird vor dem eigentlichen IC Prozeß in 2 Schritten durchgeführt:

 

Tempern ca. 1 Tag bei 750°C - 1000°C
Dadurch werden zunächst Keime im Silizium für eine nachfolgende Kondensation des Sauerstoffs an diesen Keimen geschaffen

 

 

Tempern bei 1100°C
Es erfolgt eine Ausdiffusion des Sauerstoffs aus einer oberflächenahen Schicht. Außerdem bilden sich Sauerstoffausscheidungen im Innern der Siliziumscheibe. Diese Sauerstoffausscheidungen wirken als Getterzentren für Schwermetallatome und Punktdefekte.

 

In diesem Fall ist es aber eine sehr erwünschte Wirkung, weil die Getterzentren in dem elektrisch nicht aktiven Teil der Siliziumscheibe (Balk-Si) lokalisiert sind (intrinsisches Gettern), während der für die elektrische Funktion der Schaltung wesentliche oberflächennahe Bereich (eine µm tief) an Sauerstoff verarmt ist (denudes zone).

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8 Aufgaben

8.1 Beweglichkeit

Wie bestimmt man über den Halleffekt die Beweglichkeit µ ?

Gegeben sind l,b,d,U,I und UH.

 

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8.2 Schichtwiderstand

Welchen Widerstand hat ein Diffusionsgebiet folgender Geometrie ? ()

 

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8.3 CZ-Verfahren

Ein Wafer sei mit einem spezifischen Widerstand spezifiziert. Bis zu welchen kristallinen Anteil g kann der Stab gezogen werden, um die Spezifikation für

    1. P-dorieterten Einkritall (kP=0.35)
    2. B-dotierten Einkristall (kB=0.8)

zu erfüllen ?

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